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FP7

GDMICP Ergebnis in Kürze

Project ID: 623964
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Molekulare Einblick in metabolische Veränderungen bei der Schwangerschaft

Weltweit tragen Millionen von Frauen im gebärfähigen Alter ein hohes Risiko für die Entwicklung einer Schwangerschaftsdiabetes mellitus (GDM). Das Verständnis der zugrunde liegenden Ätiologie sollte den Wissenschaftlern helfen, geeignete Maßnahmen zu entwickeln.
Molekulare Einblick in metabolische Veränderungen bei der Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft erfährt der mütterliche Stoffwechsel wesentliche Veränderungen, einschließlich einer deutlichen Steigerung der Insulinresistenz. Bei Frauen mit einer bestimmten Veranlagung kann das Insulin den Zuckerspiegel nicht steuern, was möglicherweise zur Entwicklung von GDM im dritten Trimenon führt. Obwohl die Erkrankung in den meisten Fällen nach der Geburt des Babys wieder verschwindet, haben die diese Frauen ein höheres Risiko, im späteren Leben Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Darüber hinaus kann die Nährstoffumgebung in der Gebärmutter sich auf die Entwicklung des Babys auswirken und so auch beim Baby eine Neigung zu Diabetes im späteren Leben entstehen.

Intrahepatische Cholestase der Schwangerschaft (ICP) ist eine metabolische Komplikation durch eine Unterbrechung im Gallefluss aus der Leber und wird mit negativen Ergebnissen nach einer Schwangerschaft in Verbindung gebracht. Ähnlich wie GDM steht auch ICP bei der Mutter mit einem erhöhten Risiko einer späteren Fettleibigkeit und erhöhter Blutfette beim Kind in Verbindung. Darüber hinaus haben Frauen mit ICP eine höhere Anfälligkeit für GDM, aber die Gründe dafür sind nicht vollständig verstanden.

Das EU-geförderte Projekt GDMICP (Gestational signal and bile acid role in the enteroinsular axis) befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen GDM und ICP. Frühere Arbeiten hatten eine Beteiligung der Rezeptoren FXR und TGR5 an der Regulation des Lebergallensäure- und Glukosestoffwechsels festgestellt. Im Rahmen von GDMICP arbeiteten die Forscher unter der Hypothese, dass FXR und TGR5 gestört werden, was zur Entwicklung von GDM führt.

Die Forscher entdeckten, dass Frauen mit GDM niedrigere Werte der Progesteronmetabolite während der Schwangerschaft hatten, was sich direkt auf die Pankreas-Inselfunktion und die Insulinsekretion auswirkte. Dies wies auf einen Rückkopplungsmechanismus hin, dessen Funktion es ist, den höheren Insulinbedarf für die Anpassungen während der fortschreitenden Schwangerschaft bei mütterlicher Nahrungsaufnahme und Fettabscheidung zu erfüllen. Weiterhin unterstrich dies das Potential der Verwendung von Progesteronmetaboliten als nützliche Biomarker, um Frauen mit einem höheren Risiko für eine spätere Entwicklung von GDM während der Schwangerschaft zu identifizieren.

Mäuse ohne FXR zeigten eine schwere mütterliche Glukoseintoleranz, verursacht durch erhöhte Insulinresistenz und eine Unfähigkeit der Insel, sich zu erweitern. Dies zeigte, dass FXR eine wichtige Rolle bei der Verbindung zwischen ICP und GDM spielt. Außerdem schien GLP-1 (glucagon-like peptide 1) ein wichtiger Faktor in dieser Pathologie zu sein und man vermutet, dass eine Behandlung mit Ursodeoxycholsäure bei Frauen mit ICP helfen könnte, die GLP1-Spiegel wiederherzustellen und die Insulinfreisetzung auszulösen.

Zusammengefasst liefern die Ergebnisse aus GDMICP grundlegende Einblicke in den Mechanismus, der die beiden am häufigsten metabolischen Störungen bei der Schwangerschaft, GDM und ICP, mit einander verbindet. Dieses Wissen könnte klinisch genutzt werden, um die metabolische Homöostase während der Schwangerschaft wiederherzustellen und hoffentlich mögliche Komplikationen im späteren im Leben zu vermeiden.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Schwangerschaftsdiabetes mellitus, Insulinresistenz, intrahepatische Cholestase der Schwangerschaft, Galle, FXR, TGR5, Progesteron
Datensatznummer: 190587 / Zuletzt geändert am: 2016-11-23
Bereich: Biologie, Medizin