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Modelle der Sprachbedeutung

Ein EU-Team verwendete die Kategorientheorie, um Bedeutung in Sprachen zu modellieren. In automatisierten Analysen zeigte das Modell im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren eine überlegene Fähigkeit beim Extrahieren von Bedeutung.
Modelle der Sprachbedeutung
Die Kategorientheorie ist eine mathematische Methode zur Beschreibung von Beziehungen zwischen Objekten und kann die subtilen Bedeutungen in natürlicher Sprache darstellen. Eine solche Darstellung wird notwendig sein, wenn realistische Sprachschnittstellen mit Computern irgendwann einmal möglich sein sollen.

Das EU-geförderte Projekt MEANCATS (Category theory for meaning assembly and the semantics-pragmatics interface) modellierte mathematisch, wie Sprachen komplexe Bedeutung vermitteln. Das Modell wurde von früheren Arbeiten zur Analyse von Programmiersprachen inspiriert. Die Forschungen von MEANCATS konzentrierten sich auf drei Sprachphänomene: "konventionelle Implikaturen", die Informationen auf indirekte Weise einführen; sprachliche Ausdrücke, die aus verschiedenen Blickwinkeln interpretiert werden können; und drittens das Ausdrücken von Unsicherheit in der Sprache.

Die Forscher erstellten ein allgemeines mathematisches Modell komplexer Sprachbedeutungen, aufbauend auf der Kategorientheorie. Das Modell bot eine allgemeine Art zur Konstruktion von Bedeutungen. Es bot auch ein logisches Kalkül, um zu beschreiben, wie Bedeutungen aus isolierten Spracheinheiten (Wörter) bis hin zu komplexeren Ausdrücken (Phrasen und Sätze) entstehen.

Die strenge Formulierung von MEANCATS erlaubte es den Forschern, Annahmen darüber, wie bestimmte Arten von Bedeutungen verwendet werden, festzuhalten. Das Modell enthüllte Bedeutungen, die in herkömmlichen Ad-hoc-Ansätzen verborgen geblieben wären. Der Level der Analyse konnte je nach Bedarf kalibriert werden, oder durch Hinzufügen oder Entfernen von semantischen Darstellungen.

Die Forscher implementierten das Modell und das Kalkül als automatisierten Theorembeweiser. Ausgehend von einer Reihe von sprachlichen Ressourcen erzeugte der Beweiser automatisch die für die Forscher interessanten Bedeutungsdarstellungen. Der Beweiser war im Vergleich zu manuellen Verfahren der semantischen Analyse auch viel schneller und weniger fehleranfällig.

Die Gruppe integrierte das Modell auch in grammatische Frameworks, etwa in die lexikalisch-funktionale Grammatik und die kategoriale Grammatik. Solche Rahmen bieten die Werkzeugkette, mit der man vom reinen sprachlichen Ausdruck zur Darstellung von Bedeutung gelangt.

Das Modell aus MEANCATS demonstrierte die praktische Anwendung der Kategorientheorie. Die Arbeit ist ein Schritt in Richtung naturalistischer Mensch-Computer-Kommunikation.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Kategorientheorie, MEANCATS, Bedeutung, Sprache, Modell, logisches Kalkül
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