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FP7

PERSONALIHI Ergebnis in Kürze

Project ID: 332331
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Polen

Die Persönlichkeit von Spitzmäusen

Ein EU-Team verglich die Persönlichkeiten von Spitzmäusen zwischen den Arten und Gattungen. Tiere von der gleichen Spezies zeigten sehr ähnliche Persönlichkeiten, obwohl unterschiedliche Nahrungssuchestrategien zu Unterschieden bei Kognition und Lernen führten.
Die Persönlichkeit von Spitzmäusen
Einzelne Säugetiere der gleichen Art können sich in ihrem Verhalten deutlich unterscheiden und zusammengenommen werden diese Unterschiede als Persönlichkeit bezeichnet. Und doch scheint es nun, dass eng verwandte Arten der gleichen Familie ebenfalls charakteristische Persönlichkeitsunterschiede aufweisen, was adaptive Vorteile verleihen kann.

Das EU-geförderte Projekt PERSONALIHI (Species personality – do consistent behavioural differences between species and individuals relate to their life history? – A comparative approach in shrews) verglich die beiden Subfamilien der europäischen Spitzmäuse. Die Soricinae und die Crocidurinae unterscheiden sich in Lebensgeschichte und metabolischer Rate.

Die Studie kategorisierte die Variation nach individuellen, taxonomische und geographische Gradienten. Danach beurteilte das Team, ob eine solche Änderung die Lernleistung beeinträchtigte und ob die Unterschiede mit ökologischen und evolutionären Faktoren im Zusammenhang stehen.

Bei neun Exkursionen in drei europäischen Ländern fingen die Forscher 157 Tiere von fünf Spitzmausarten. Jedes Tier erhielt eine umfassende Persönlichkeitsanalyse, die erste, die jemals an Spitzmäusen durchgeführt wurde. Das Team hat auch die Populationsgenetik untersucht.

Die Persönlichkeit korrelierte stark mit der Spezies. Tiere der gleichen Art ähnelten im Verhalten einander weit mehr als Individuen anderer Arten. Die Spezies zeigten auch starke Ähnlichkeiten mit anderen aus den gleichen Gattungen. Je entfernter die Spezies verwandt waren, desto unterschiedlicher war ihr Verhalten.

Doch kognitive Experimente bestätigten so deutliche Unterschiede zwischen den Arten nicht. Die beiden Familien waren im Großen und Ganzen ähnlich, obwohl Soricinae beim Lernen etwas schneller zu sein schien. Die Erläuterung der Unterschied beruht auf der Tatsache, dass die aktiven Soricinae metabolisch effiziente Nahrungssuchestrategien wählen müssen.

Die Forscher testeten auch die Hypothese der sozialen Nischenspezialisierung, die voraussagt, dass soziale Spezies mehr Persönlichkeitstypen entwickeln und beibehalten. Diese Hypothese konnte bestätigt werden.

Das Projekt PERSONALIHI stellte die erste Untersuchung von Tierpersönlichkeit in Bezug auf genetische und ökologische Faktoren dar.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Spezies, Persönlichkeit, Verhalten, PERSONALIHI, Spitzmäuse, geografische Gradienten
Datensatznummer: 190677 / Zuletzt geändert am: 2016-12-08