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Zur IGF-Signalgebung bei Krebs

Der insulinähnliche Wachstumsfaktorrezeptor IGF-1R (insulin-like growth factor 1 receptor) ist für die pharmazeutische Industrie enorm von Bedeutung, da er an der Entstehung vieler Krebsarten beteiligt ist. Europäische Wissenschaftler sollten nun Biomarker finden, die auf die IGF-1R-Aktivität hindeuten und die Patientenstratifizierung vereinfachen.
Zur IGF-Signalgebung bei Krebs
IGF-1R wird an vielen Stellen im menschlichen Gewebe exprimiert und kann auch Wachstum und Invasivität von Krebszellen fördern. Hierfür wurden in klinischen Studien schon mehrere Inhibitoren getestet, die Ergebnisse waren allerdings enttäuschend und widerlegten vorklinische Tests. Daher wird nun nach Biomarkern gesucht, die Rückschlüsse zur IGF-1R-Aktivität in Tumoren geben, um Patienten herauszufinden, die auf IGF-1R-Inhibitoren gut reagieren. Weiter wurde deutlich, dass IGF-1R an adaptiven Resistenzen gegenüber Inhibitoren desselben Signalwegs sowie anderen Medikamenten beteiligt ist.

Derzeit gibt es keine zuverlässigen Methoden, um die Reaktion von Patient oder Tumor auf IGF-1R-Hemmer abzuschätzen. So entwickelte das EU-finanzierte Projekt BIOMARKERIGF (Identification of clinically useful biomarkers for IGF-I receptor signalling in cancer) nun Modelle und Reagenzien, um mögliche Biomarker für die IGF-Aktivität in Tumoren zu testen und mit proprietären krankheitsspezifischen Arrays und genomischen Datensätzen zu Eierstockkrebs IGF-1-regulierte Gene zu identifizieren.

Die Ergebnisse zeigen, dass PDLIM2 als einziges IGF-1-reguliertes Gen mit schlechter Überlebensrate assoziiert wird. Hohe PDLIM2-Werte verschlechterten die Überlebensrate bei triple-negativem Brustkrebs, und eine PDLIM2-Suppression reduzierte den invasiven Phänotyp bei Brustkrebszelllinien.

Im zweiten Teil des Projekts generierte man Ovarialzelllinien mit hoher und niedriger IGF-1R-Expression und führte RNA-Mikroarrayanalysen durch, um differentiell exprimierte Gene zu finden. Mit den gleichen Modellen entdeckte man auch eine Untergruppe von Rezeptoren und zellulären Kinasen, die Resistenzen gegenüber der IGF-Signalgebung vermitteln.

Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen zur IGF-Signalgebung sind die Ergebnisse der BIOMARKERIGF-Studie von klinischer Bedeutung für die Onkologie. Da die IGF-Signalgebung genetischen, umwelt- und zellulären Einflussfaktoren unterliegt, könnte die Identifizierung von IGF-Biomarkern und -Modulatoren die Altersgesundheit deutlich verbessern.

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Schlüsselwörter

IGF-Signalgebung, Krebs, IGF-1R, PDLIM2, Brustkrebs
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