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Bewertung bedenklicher Substanzen in Nahrungsmittelpflanzen

Potenziell tödliche Substanzen, so genannte hERG (human Ether-à-go-go Related Gene)-Kanalblocker, finden sich in vielen Nahrungsmittelpflanzen. Nachdem Forscher nun Pflanzen aus aller Welt erfasst und analysiert haben, konnten sie diesbezügliche Risiken besser einstufen.
Bewertung bedenklicher Substanzen in Nahrungsmittelpflanzen
Einige gängige Nahrungsmittelpflanzen exprimieren hERG-Kanalblocker. Substanzen, die den hERG-Kaliumkanal im menschlichen Körper blockieren und damit zu erhöhtem und unregelmäßigem Herzschlag und plötzlichem Tod führen können.

Da keine genauen Zahlen zu Pflanzen vorliegen, die solche hERG-Inhibitoren exprimieren, bestehen weltweit gesundheitliche Risiken für Verbraucher.

Das EU-finanzierte Projekt HERGSCREEN (hERG related risk assessment of botanicals) sollte gefährliche hERG-Kanalblocker in häufig konsumierten Nahrungsmittelpflanzen und Nahrungsergänzungsmitteln identifizieren und brachte hierfür ein Netzwerk aus europäischen, nordamerikanischen, südafrikanischen und südamerikanischen Forschern zusammen.

HERGSCREEN erfasste aus allen beteiligten Regionen 415 gängige Pflanzenarten, die wegen ihrer ernährungsphysiologischen Vorteile und ihres Nährwertes geschätzt werden. Dann wurden 3D-Modelle entwickelt, um Substanzen zu finden, die möglicherweise den hERG-Kanal beeinflussen.

Die Forscher identifizierten 23 Extrakte, die den hERG-Kanal blockieren, und führten phytochemische Analysen und Screenings durch. Aus diesen Extrakten isolierte man 60 Substanzen und fand in variierenden Konzentrationen 13 mögliche hERG-Inhibitoren.

Das Projekt kann somit potenzielle kardiotoxische Risiken beim Verzehr gängiger Nahrungsmittelpflanzen aufzeigen und damit die Verbraucher- und Patientensicherheit erhöhen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

HERG-Kanalblocker, Nahrungsmittelpflanzen, hERG-Inhibitoren, Gesundheit, HERGSCREEN
Datensatznummer: 190706 / Zuletzt geändert am: 2016-12-14
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