Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

FP7

HUMANSCAPES Ergebnis in Kürze

Project ID: 330098
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Wurzeln des Pastoralismus

Eine EU-finanzierte Studie hat die Ursprünge intensiver pastoraler Praktiken im Nordosten Spaniens analysiert. Sie hat neuen Zugang zum Verständnis des Aufbaus von anthropogenen Landschaften geschaffen.
Wurzeln des Pastoralismus
Kulturlandschaften in Gebirgen werden als Gebiete definiert, die größtenteils durch menschliche Aktivitäten in der Vergangenheit wie etwa den intensiven Pastoralismus geprägt wurden. Das in die Jungsteinzeit zurückzudatierende Niederbrennen von Wäldern schuf Weideland für die pastorale Nutzung. Das Beweiden von Berggebieten hatte Langzeitfolgen wie beispielsweise Erosion, die ständige Landschaftsveränderungen verursachte.

Das Projekt HUMANSCAPES (The origins of intensive pastoralism and the creation of cultural landscapes in North-Eastern Spain) studierte anhand des Garraf-Mittelgebirges als Bestandteil des Katalanischen Küstengebirges die erstmalige intensive pastorale Nutzung und Verbringung von Tieren im Nordosten Spaniens. Mit dem Gebiet traf man eine gute Wahl, da es heute repräsentativ für eine geschädigte Landschaft ist, was aber in der Vergangenheit nicht so war. Ungefähr im 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung bildeten sich auf der iberischen Halbinsel Gesellschaften, die landwirtschaftliche Überschüsse erzielten. Bei diesem Ansatz setzte man kombinierte Disziplinen wie etwa Landschaftsarchäologie, Fernerkundung, Feldbegehungen, Ausgrabungen und Paläoumweltanalysen ein.

Man fand keine Tierknochen, und die bei den Ausgrabungen gefundenen Holzkohlereste und organischen Materialien waren für die Radiokohlenstoffdatierung nicht ausreichend. Es wurden jedoch Sedimentproben genommen und mittels Mikroproben-AMS-Radiokohlenstoffdatierung zeitlich zugeordnet. Diese Methode erwies sich als zuverlässig und wandelte das Bild zu einer chronologischen Struktur für die Entwicklung des intensiven Pastoralismus im Garraf.

Die Resultate deuten darauf hin, dass das Gebiet für Tiere genutzt wurde. Folglich ist die pastorale Nutzung des Garraf erwiesen. Diese Erkenntnisse sind für die Erstellung von Managementstrategien von Nutzen, die den besonderen ökologischen und kulturellen Charakter jeder einzelnen Kulturlandschaft einbeziehen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Pastoralpraktiken, HUMANSCAPES, anthropogene Landschaften, Neolithikum, Garraf-Massiv, Iberische Halbinsel
Datensatznummer: 190719 / Zuletzt geändert am: 2016-12-14
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben