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Zusammenhang zwischen Adipositas und Knochenkrebs

Knochenerkrankungen sind häufige Folgen von Primärtumoren oder der Behandlung mit Medikamenten. Um neue Therapien zu entwickeln, müssen die zugrunde liegenden Mechanismen geklärt werden.
Zusammenhang zwischen Adipositas und Knochenkrebs
Tumorbedingte Knochenerkrankungen sind häufig Krankheits- und Todesursache bei Patienten mit malignem hämatologischem Multiplem Myelom. Auch Prostatatumoren bilden oft Metastasen im Skelett. Krebsmedikamente wiederum können die Fragilität des Knochens erhöhen. Um neue therapeutische Zielstrukturen gegen diese Sekundärerkrankungen zu finden, müssen die im Knochenmark stattfinden komplexen Mechanismen geklärt werden, da sie das Tumorwachstum und entsprechende Knochenerkrankungen fördern.

Zunehmend geht man davon aus, dass Adipositas und Adipokine eine maligne Rolle spielen können. Ob und wie sie an der Knochenmetastasierung beteiligt sind, ist aber noch nicht ganz klar, sodass das EU-finanzierte Projekt CABROA (Cancer-associated bone disease; role of obesity and adipokines) dies an In-vivo-Modellen für tumorbedingte Knochenerkrankungen und ernährungsbedingter Adipositas untersuchte.

Den Ergebnissen zufolge schafft ernährungsbedingte Fettleibigkeit eine permissive Umgebung für myelomähnliche Tumoren. Diese Form der Adipositas wurde in hohem Maße mit der Tumorlast im Knochen und Knochenschwund assoziiert. Obwohl sich bei diesem Phänotyp die Konzentration des Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktors 1 veränderte, war am Modell für genetisch bedingte Adipositas keine Entwicklung eines Myeloms zu beobachten. An solchen Modellen sollten dann weitere Zusammenhänge zwischen Knochenmarkadipositas und tumorbedingter Knochenerkrankung geklärt werden.

Schließlich enthüllte eine Hochdurchsatzanalyse von Adipokinen und adipositasbezogenen Faktoren bei Prostata- und Myelompatienten mehrere neue Adipokine, die bei tumorbedingten Knochenerkrankungen dereguliert sind und die nun noch weiter untersucht werden sollen. Künftige Forschungen sollen die genaue Rolle eines neuartigen Faktors aufzeigen, der mit der Metastasierung von Prostatakarzinomen assoziiert ist.

Für die Behandlung der tumorbedingten Knochenerkrankung belegte das Konsortium den protektiven Effekt des Diabetesmedikaments Metformins. Da Metformin Adipokine und Adipozyten reguliert, kann nun der Zusammenhang zwischen Adipositas und Adipokinen bei der Skelettmetastasierung weiter untersucht werden, was die Entwicklung neuer und besserer therapeutischer Ansätze befördert.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Fettleibigkeit, tumorbedingte Knochenerkrankung, multiples Myelom, Prostatakrebs, Adipokin, insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1, Metformin
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