Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Eine neuer prognostischer Faktor für Unfruchtbarkeit

Europäische Wissenschaftler untersuchten die molekularen Determinanten der Oocytenaktivierung durch Sperma, um das zunehmende Auftreten von Fruchtbarkeitsproblemen zu entschlüsseln. Die Resultate machen die prognostische Signifikanz eines spezifischen Spermaproteins offenbar.
Eine neuer prognostischer Faktor für Unfruchtbarkeit
Bei der Ovulation werden die Oocyten von Säugetieren in der Metaphase II gebunden und diese können diesen Zustand erst bei der Befruchtung durch ein Spermium wieder verlassen. In den vergangenen Jahren haben sich Hinweise darauf verdichtet, welche die bedeutende Rolle des spermaspezifischen Proteins Phospholipase C ζ (PLCζ) für die Oocytenaktivierung untermauern.

Auch wenn in vielen Fällen die Unfruchtbarkeit beim Mann durch intrazytoplasmatische Spermieninjektion umgangen werden kann, versäumt es dieser Ansatz, den PLCζ-Mangel zu beheben. Rekombinantes PLCζ tut sich als neue, sichere Behandlungsoption für die Unfruchtbarkeit beim Mann hervor. Über die Wechselwirkung mit Oocyten-basierten Faktoren zur Regulierung der Funktionalität liegen jedoch keine Informationen vor.

Die Wissenschaftler des EU-finanzierten Projekts OOCYTE ACTIVATION (Oocyte activation and human infertility: Identification and characterisation of a critical oocyte-borne receptor and effects of laboratory procedures upon key proteins involved in oocyte activation) machten sich daran, die Präsenz und Lokalisierungsmuster von PLCζ im menschlichem Sperma zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurden Proben von fruchtbaren und unfruchtbaren Männern untersucht.

Es wurde beobachtet, dass die Präsenz und Lokalisierungsmuster von PLCζ in menschlichem Sperma im Anschluss an eine intrazytoplasmatische Injektion mit der Befruchtungsrate korrelierte. Dies deutete darauf hin, dass PLCζ in bestimmten Fällen männlicher Unfruchtbarkeit als prognostischer Marker verwendet werden könnte. Die Lokalisierungsmuster der PLCζ-Expression waren scheinbar von iatrogenen Schäden betroffen, erstaunlicherweise nicht jedoch vom Alter.

Insgesamt gesehen könnten die gewonnenen Informationen für die Diagnostizierung idiopathischer Unfruchtbarkeit und für die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien gegenüber einem PLCζ-Mangel umgesetzt werden. In Anbetracht dessen, dass eines von sieben Paaren von Unfruchtbarkeit betroffen ist, haben die Ergebnisse der Untersuchung bedeutende sozioökonomische Implikationen.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Prognostischer Faktor, Fruchtbarkeit, Oocyte, Sperma, Phospholipase C ζ, Befruchtung
Datensatznummer: 190784 / Zuletzt geändert am: 2016-12-22
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben