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Gletscherdämme und -seen

Ein EU-Team untersuchte die Geodynamik von Gletscherseen. Sedimentablagerungen und die Reduktion von Eisklippen spielen für die Seenbildung eine wichtige Rolle; mehr und mehr Schmelzwasser wirken Druck auf die Dämme aus und bergen die Gefahr eines möglichen Dammbruchs.
Gletscherdämme und -seen
Natürliche Schuttanhäufungen, die als Moränen bezeichnet werden, blockieren bestimmte Gebirgsflüsse, die in der Folge Seen bilden. Unter dem Druck des Klimawandels schmelzen die Gletscher jedoch, sodass immer größere Mengen an Wasser in die Seen strömt und die Dämme zu bersten drohen.

Das EU-finanzierte Projekt DCGGEOPHYS (Subsurface conditions in Himalayan glaciers – Implications for outburst flood risk prediction) war dabei behilflich, das Risiko eines Dammbruchs zu beurteilen. Die Untersuchung adressierte die Ursachen der Seenausdehnung und es wurden Instrumente entwickelt, um die Eigenschaften von unterirdischen Moränen zu erforschen. Die Forscher wandten neue Fernerkundungs- und Abbildungmethoden an und unternahmen Schritte im Hinblick auf prädiktive Dammbruchmodelle.

Die Arbeit war auf die norwegische Inselgruppe Spitzbergen und den Ngozumpa-Gletscher in Nepal fokussiert. Bezüglich des Gletschers wandte das Team eine Kombination aus hochauflösenden Stereo-Satellitenbildern, Field Mapping und See-Sonardaten an. Dementsprechend erstellte das Team zwei digitale Höhenmodelle (3D-Landschaft), welche den Verlust von Gletschereis und die Ausdehnung und Vertiefung von Seen zeigen.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass das Kalben von exponierten Eisgletschern die dominanteste Form des Gletschereisverlusts darstellt. Auch innerhalb der Gletscher ereignen sich substanzielle Schmelzvorgänge. Das Entwässerungssystem des Gletschers ist für die Seenbildung und -ausdehnung von Bedeutung. Die Seenbildung ist ein komplexer Prozess, der zum Teil durch Sedimentablagerungen und durch eine geringere Anzahl umgebender Eisklippen bedingt wird. Das Team schlussfolgerte des Weiteren, dass sich trotz eines langsamen Seenwachstums zwischen 2009 und 2014 in naher Zukunft wieder ein schnelles Wachstum stattfinden wird. Der See könnte eine Länge von 7 km erreichen, falls der Moränendamm intakt bleibt.

Das Team entwickelte zudem geophysikalische Instrumente zur Messung der unterirdischen Eigenschaften von Gletschern und Moränendämmen. Es wurden Untersuchungen bezüglich einer elektrischen Widerstandstomographie und eines Bodenradars durchgeführt. Infolgedessen konnte die Gruppe ein genaueres Verständnis zu den unterirdischen Eigenschaften erlangen.

Die Konsortiumsmitglieder verbreiteten die Resultate in einer Peer-Review-Fachzeitschrift und über Konferenzen.

Die Ergebnisse bieten großes Potenzial, um das Wachstum von Gletscherseen zu prognostizieren und mögliche Dammbruchrisiken zu beurteilen. Die Ergebnisse bedeuten ebenfalls mehr Sicherheit für Gemeinschaften, die stromabwärts von Gletscherdämmen leben.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Gletscher, Seen, Moränen, DCGGEOPHYS, Bedingungen unter der Oberfläche, Dammbruch
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