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FP7

OSCAR — Ergebnis in Kürze

Project ID: 289277
Gefördert unter: FP7-KBBE
Land: Deutschland
Bereich: Land- und Forstwirtschaft

Eine bodenschonende Bodenbearbeitung

Im Zuge einer EU-Untersuchung wurden Möglichkeiten erwogen, Lebendmulch (Living Mulch, LM) und Gründünger (Cover Crops, CCs) im Hinblick auf eine bodenschonende Bodenbearbeitung hin zu verwenden. Das Verfahren bringt viele Vorteile mit sich, da bessere Erträge, Unkrautkontrolle sowie eine zunehmende Fruchtbarkeit erreicht werden.
Eine bodenschonende Bodenbearbeitung
Die konventionelle Bodenbearbeitung schädigt die Bodenstruktur und wirkt sich auf die Bodenergiebigkeit, die landwirtschaftliche Nachaltigkeit und Ökosystemdienstleistungen aus. Eine Alternative hierzu ist die bodenschonende Bodenbearbeitung (Conservation Agriculture, CA), welche darauf abzielt, über eine Minimierung von Beeinträchtigungen die Bodenstruktur zu erhalten. Kulturpflanzen sind ein wichtiger Bestandteil der bodenschonenden Bodenbearbeitung.

Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts OSCAR (Optimising subsidiary crop applications in rotations) wurde die Verwendung von LM und CCs als ein Element der CA untersucht. Das Team untersuchte Systembewirtschaftungsoptimierungen, Technologieverbesserungen und ökologische Bodendienstleistungen. Es wurden potenziell hilfreiche neue produktive und krankheitsresistente CCs identifiziert. Andere Gründünger wiesen interessante sekundäre Metabolitprofile auf.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass Lebendmulch sowohl der organischen als auch der konventionellen europäischen Landwirtschaft zugute kommt. Das Verfahren macht eine hohe Pflanzendichte und regelmäßige Aussaatmuster erforderlich. Die mechanischen Instrumente zur Unterdrückung von Kulturpflanzen funktionierten während der Blütezeit des Gründüngers am besten. In milden Klimas kann nach der Hauptpflanzenernte eine Klee-Lebendmulch-Decke geschaffen werden. In kälteren Klimas beinhalteten die Lösungen die Aussaat der LM-Anbausorte vor der Hauptpflanze. Gründünger mit hohem Biomasseanteil können dazu beitragen, Unkrautprobleme zu verringern, die mit der minimalen Bodenbearbeitung (Reduced Tillage, RT) verbunden sind. In Gebieten, in denen kurze Vegetationszeiten vorherrschen, sind zusätzliche Methoden für die Unkrautbekämpfung erforderlich.

Bereits nach einem Jahr mit minimaler Bodenbearbeitung zeigte die Stabilität der Bodenaggregate, der organische Materiegehalt und die mikrobielle Aktivität Verbesserungen. Mykorrhiza-Pilze (Mycorrhiza fungi, AMF) leisteten einen Beitrag von bis zu 30 % für die Bodenphosphoraufnahme und der entsprechende Gründünger kann während unproduktiver Zeiten den AMF-Bestand erhalten.

Die minimale Bodenbearbeitung wirkte sich vor allem im subtropischen Brasilien bezüglich Ertrag und Unkraut entweder neutral oder positiv aus. Die minimale Bodenbearbeitung verringerte in Kombination mit Totmulch die Kartoffelfäule in Brasilien und Deutschland. Kompostanwendungen verringerten zudem Wurzelfäuleerkrankungen, die Erbsen befallen.

Eine ökonomische Modellierung zeigte deutliche langfristige Vorteile bezüglich der minimalen Bodenbearbeitung und Nebenkulturen. Es wurde festgestellt, dass die Methode auch für ein breites Spektrum an Bedingungen geeignet ist.

Die OSCAR-Resultate zeigten das gute Potenzial von Verfahren für eine minimale Bodenbearbeitung hinsichtlich einer Verbesserung des Bodennutzungssystems, einer Verringerung der verwendeten Rohstoffe und einer Verbesserung der Nachhaltigkeit. Infolgedessen könnten die Böden Europas in Zukunft besser bewirtschaftet werden und ertragreicher sein.

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Schlüsselwörter

Bodenschonende Bodenbearbeitung, Lebendmulch, Gründünger, OSCAR, Kulturpflanzen
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