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FP7

ENVISAGE — Ergebnis in Kürze

Project ID: 610582
Gefördert unter: FP7-ICT
Land: Norwegen
Bereich: Industrie

Hochwertige und kostengünstige virtualisierte Dienstleistungen für Unternehmen

Reduzierter Kostenaufwand, einfachere Bewältigung potenzieller Katastrophen, effizientere IT-Operationen und bessere Geschäftskontinuität sind viele Argumente zugunsten virtualisierter Dienstleistungen im Unternehmen. Es bleiben jedoch zwei wichtige Probleme, die das ENVISAGE-Projekt lösen sollte.
Hochwertige und kostengünstige virtualisierte Dienstleistungen für Unternehmen
Die von Eurostat 2014 veröffentlichten Statistiken besagen, dass nur 19 % der europäischen Unternehmen die Cloud-Dienstleistungen nutzen, die direkt aus der Virtualisierung von Software resultieren. Das ist weitaus weniger als etwa in den USA, wo 82 % der Unternehmen eine Hybrid-Cloud-Strategie verfolgen. Für die Partner im Projekt ENVISAGE (Engineering Virtualized Services) lohnt es sich aufgrund der möglichen Vorteile der Softwarevirtualisierung jedoch, die verbleibenden Barrieren im Zusammenhang mit ihrer umfassenderen Einführung aus dem Weg zu räumen.

„Virtualisierte Dienstleistungen sind in ihrer Umsetzungsstrategie eher unternehmens- als technologieorientiert“, erläutert Einar Broch Johnsen, Projektkoordinatorin für die Universität Oslo, „was bedeutet, dass ihre Bereitstellung in der Cloud sowie ihre Skalierung eher die Geschäftslogik der Dienstleistung und die kundenseitigen Service-Level-Agreements (SLA) anstelle der bereitstellenden Seite widerspiegeln, die vom Cloud-Provider unterstützt werden.“

Johnsen und sein Team gehen davon aus, dass immer noch zwei Elemente fehlen, um zögernde Unternehmen zu überzeugen. Das erste betrifft wirkungsvolle und dynamische Mittel zur Analyse, Zusammensetzung und Bereitstellung von Dienstleistungen mit qualitativen und quantitativen Dienststufen. Nummer zwei ist eine dynamische Kontrolle von Ressourcen wie etwa Speicher- und Verarbeitungskapazitäten in Übereinstimmung mit den internen Richtlinien der Dienste.

Um beide Anforderungen zu erfüllen, hat das Team ein praktisches Open-Source-Framework für die modellgestützte Entwicklung virtualisierter, ressourcenschonender Dienstleistungen erarbeitet. „Unser Ansatz ist Teil einer DevOps-Methodik [development and operations]“, wie Johnsen erklärt. „Modelle existieren zusammen mit der Software, werden aus der Software extrahiert und können immer mehr präzisiert werden, um kritische Teile des Codes widerzuspiegeln, während sie für weniger kritische Teile grob und angenähert bleiben. Das ist wichtig, da heutzutage keine Software von Grund auf neu entwickelt wird, so dass modellgestützte Analysewerkzeuge nicht diese Annahme treffen sollten.“

Die semantische Grundlage von ENVISAGE für Virtualisierung und Service-Level-Agreement (SLA) geht über den neuesten Stand der Technik hinaus. Sie setzt automatisierte Analysewerkzeuge zur effizienten Entwicklung von SLA-bewussten und skalierbaren Dienstleistungen ein, die in der Lage dazu sind, ihr eigenes Ressourcenmanagement zu steuern und SLA innerhalb der heterogenen, virtualisierten Computerlandschaft neu auszuhandeln.

Von mathematischen Modellen zu konkreten Anwendungen

Insgesamt ist laut Johnsen zu erwarten, dass das Projekt Erfolg haben wird. „Wir sind mit ziemlich ehrgeizigen technischen Zielen angetreten, und am Ende fügte sich das Projekt auf eine sehr schöne Art zusammen, wobei Silos zwischen verschiedenen Forschungsaktivitäten vermieden wurden. So konnte tatsächlich etwas in Bezug auf die Art und Weise bewirkt werden, wie die Projektergebnisse auf den DevOps-Ansatz abgestimmt wurden, und es wurde eine Toolbox zur automatisierten Analyse von ressourcenschonenden virtualisierten Dienstleistungen bereitgestellt. Unter Einsatz des gleichen Modells können die Entwickler auf effiziente Weise mit der Qualitätssicherung und -bereitstellung kommunizieren, eine Kostenanalyse für den ungünstigsten Fall durchführen, systematische Tests durchführen und eine automatisierte SLA-Überwachung einrichten.“

Da sich ENVISAGE auf die Untersuchung der grundlegenden Semantik von Ressourcen und Bereitstellungsarchitekturen konzentrierte, anstatt eine spezielle Technologie auf den Markt zu bringen, kann diese Rahmenumgebung einfach an verschiedene Technologieplattformen und verschiedene Abstraktionsebenen angepasst werden. Aber das Team schließt nicht die Möglichkeit der Entwicklung von aussagekräftigen, ressourcenbewussten Modellen mit automatisierter Analyseunterstützung aus.

„Wir untersuchen derzeit verschiedene Anwendungsdomänen für die vorliegende Rahmenumgebung, und einige der Projektpartner diskutieren konkrete Anwendungen in verschiedenen Sektoren. Einer unserer Pläne beinhaltet den Einsatz der ENVISAGE-Rahmenumgebung zur Unterstützung eines gemeinschaftlichen Kontrollzentrums für DevOps-Teams“, sagt Johnsen. Zusätzlich zu den Dienstleistungen und der Cloud sind für das Konsortium weitere Sektoren wie etwa Logistik und Transport von Interesse.

Insgesamt ermöglicht ENVISAGE den Unternehmen die Schaffung virtualisierter Dienstleistungen mit Mitteln, die sicherstellen, dass deren Entwicklungs-, Betriebs- und Qualitätssicherungsteams effektiver in einem agilen DevOps-Prozess zusammenarbeiten, während gleichzeitig gewährleistet wird, dass die Implementierungsstrategien noch besser die Geschäftslogik des Unternehmens widerspiegeln.

Johnsen abschließend: „Anwendungsfälle aus dem ENVISAGE-Projekt deuten darauf hin, dass der Effizienzgewinn aus dieser Art von Ansatz nicht nur die Qualität der Dienstleistungen steigert, sondern auch erhebliche Kosteneinsparungen durch die Verringerung der Größe des DevOps-Team möglich werden.“

Fachgebiete

Information and Media

Schlüsselwörter

ENVISAGE, Cloud, Virtualisierung, DevOps, Service-Level-Agreement, SLA, Service-Level-Vereinbarung, SLV, Dienstgütevereinbarung, virtualisierte Dienstleistungen
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