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Das therapeutische Potenzial von Homoarginin für kardiovaskuläre Erkrankungen

Kardiovaskuläre Erkrankungen (Cardiovascular disease, CDV) verursachen 47 % aller Todesfälle in Europa und sind das Ergebnis eines ganzen Spektrums umweltbezogener, physiologischer und genetischer Faktoren. In der Forschung wird die Beteiligung eines besonders wichtigen Moleküls mit der Bezeichnung Homoarginin untersucht.
Das therapeutische Potenzial von Homoarginin für kardiovaskuläre Erkrankungen
Kardiovaskuläre Erkrankungen treten vor allem in Form von Schlaganfällen und koronaren Herzerkrankungen Coronary Heart Disease, CHD) auf, ein Zustand, bei dem aufgrund einer atherosklerotischen Verengung der Arterien zu wenig Blut das Herz erreicht. Die Manifestation erfolgt in Form einer Angina oder eines lebensbedrohlichen Myokardinfarkts (Myocardial Infarction, MI) – Zustände, die im Laufe der Zeit zu einem Herzversagen (Heart Failure, HF) führen können. . Neue Studien zeigen, dass Patienten mit einem geringem Anteil von Aminosäure-Homoarginin im Blutplasma ein erhöhtes Risiko auf einen Schlaganfall, Myokardinfarkt und ein Herzversagen haben.

Im Rahmen des Projekts H4H (Exploring the therapeutic potential of homoarginine in experimental models of ischemia reperfusion injury and chronic heart failure) wurde die Bedeutung des Homoarginin-Weges erforscht. Das Ziel bestand darin, im Hinblick auf kardiovaskuläre Erkrankungen Anwendungsmöglichkeiten für die Risikostratifizierung, die Prävention und neue Behandlungsstrategien zu finden.

Die Forscher wandten experimentelle Modelle zu einem Herzversagen, ein In-vivo-Bildgebungsverfahren und einen Linksherzkatheter als Forschungs- und übertragbare Techniken an. Des Weiteren wurden Einzelzellexperimente zur Untersuchung der Calciumverarbeitung in den Herzmuskelzellen, den Kardiomyozyten, angewandt, da eine defektive Calciumhomöostase bei einem Herzversagen von Bedeutung sein kann.

Im Rahmen von H4H wurden zudem eine Vielzahl biochemischer Assays wie bspw. ein Biotin-Switch-Assay und ein Stickstoffmonoxid (NO)-Synthase-Aktivitäts-Assay realisiert sowie Quantifizierungsmessungen zur NO-Bioverfügbarkeit, zu Biopterin und zu Superoxiden durchgeführt – dies sind allesamt Faktoren, welche eine Verbindung zwischen der Homoargininkonzentration und kardiovaskulären Erkrankungen sowie einem Herzversagen darstellen könnten.

Kardiovaskuläre Erkrankungen verursachen alleine in Europa jährlich mehr als vier Millionen Todesfälle. Das H4H-Projekt eröffnete neue Einblicke in die Pathophysiologie bei kardiovaskulären Erkrankungen und integrierte potenzielle therapeutische Optionen, für die eine große Nachfrage besteht.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Homoarginin, kardiovaskuläre Erkrankung, H4H, Stickstoffoxid, Risikobewertung
Datensatznummer: 190927 / Zuletzt geändert am: 2017-01-24
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