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FP7

DARK.RISK Ergebnis in Kürze

Project ID: 323216
Gefördert unter: FP7-EURATOM-FISSION
Land: Deutschland

Eine personalisierte Risikoeinstufung für Niedrigdosisstrahlung erreichen

Bedenken bezüglich der Risiken einer Exposition gegenüber Niedrigdosisstrahlung werden aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit relevanter Informationen weiter verstärkt. EU-finanzierte Forscher erzielten im Hinblick auf die Einrichtung einer relevanten Kohorte und der Entdeckung von Biomarkern für zukünftige epidemiologische Studien einen wichtigen Durchbruch.
Eine personalisierte Risikoeinstufung für Niedrigdosisstrahlung erreichen
Eine genaue Risikoeinstufung bezüglich einer Exposition gegenüber Niedrigdosisstrahlung setzt Einzelpersonen voraus, die in einem frühen Lebensalter Strahlung ausgesetzt gewesen sind und die ansonsten keine medizinischen Erkrankungen aufwiesen. Dies würde ebenfalls sicherstellen, dass biologisches Material zu einem späteren Zeitpunkt in dem Leben der Einzelpersonen für epidemiologische Untersuchungen genutzt werden könnte.

Im Rahmen des Projekts DARK.RISK (Studies on a cohort of Serbian children exposed to x-irradiation to determine the contribution of the non-coding genome to susceptibility at low doses) wurde erfolgreich das Serbische Register mit Tinea-Capitis-Kindern (Serbian Tinea Capitis Cohort, SRTCC) eingerichtet, um die späteren Auswirkungen einer Exposition gegenüber niedrig dosierter Strahlung zu untersuchen. Mehr als 25 000 Einzelpersonen, die als Kinder bezüglich der Behandlung einer Pilzinfektion an der Kopfhaut einer Röntgenbestrahlung am Kopf ausgesetzt gewesen waren, wurden in diese Kohortenstudie integriert.

Die Projektforscher erstellten ein digitales Register, welches Expositionsdaten mit Aufzeichnungen von Behörden und medizinischen Datenbanken zu mehr als 9 000 Menschen miteinander verbindet. Mehr als 1 000 dieser Personen willigten ein, den Zugang zu ihren Daten zu erlauben und stimmten zu, biologisches Material bereitzustellen.

Das DARK.RISK-Team entwickelte und validierte Standardprotokolle für die Verfahrensweise der Sammlung, Aufbewahrung und Verteilung biologischer Proben zur Entdeckung neuer Strahlungs-Biomarker.

Die Forscher entwickelten einen innovativen Ansatz für die Biomarker-Identifizierung, der auf dem Niveau von nichtkodierender RNA und microRNA basiert. Die Reaktionen nicht-kodierender Transkriptome auf eine Exposition gegenüber niedrig dosierter Strahlung mit 20 mGy und 100 mGy wurden erfolgreich abgebildet. Infolgedessen wurde RNA wie bspw. SMAD5-AS1 und miR34 als potenzieller Strahlungs-Biomarker für die individuelle Expositionsreaktion und die Folgenabschätzung ausgemacht.

Die aktuelle Gesetzgebung zum Strahlenschutz berücksichtigt nicht die Unterschiede bezüglich der individuellen Anfälligkeit oder die mögliche Nichtlinearität der Dosis-Wirkungs-Kurve. In Übereinstimmung mit den Zielen des Projekts MELODI adressierte DARK.RISK diese Sachverhalte über die Einrichtung des Serbischen Registers mit Tinea-Capitis-Kindern (SRTCC). Weitere molekulare epidemiologische Studien bezüglich der Verwendung von Strahlungs-Biomarkern könnten aufbauend auf einer robusten Beweisgrundlage dabei behilflich sein, die Gesetzgebung zum Strahlenschutz zu optimieren.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Nuclear Fission

Schlüsselwörter

Niedrigdosisstrahlung, Biomarker, molekulare Epidemiologie, DARK.RISK, Serbian Tinea Capitis Cohort
Datensatznummer: 190941 / Zuletzt geändert am: 2017-01-25
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