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Personal im sozialen Bereich: Migrationshintergrund und Zugehörigkeit zu ethnischen Minderheiten als Kulturvermittler?

Es wurde eine innovative methodische und analytische Rahmenumgebung entworfen, um die Rolle von Personal mit Migrationshintergrund in Einrichtungen des sozialen Bereichs zu untersuchen. Sie diente gleichermaßen der Stärkung der transnationalen und bereichsübergreifenden Forschung.
Personal im sozialen Bereich: Migrationshintergrund und Zugehörigkeit zu ethnischen Minderheiten als Kulturvermittler?
Da in jüngster Zeit die Zuwanderung scheinbar immer mehr in die Schlagzeilen gerät, ist die Rolle des sozialen Bereichs der Migration zunehmend wichtiger geworden. Hier wird die Notwendigkeit bekräftigt, die Praktiken dieser Einrichtungen unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu überprüfen, die über einen Hintergrund als Migrant oder Flüchtling verfügen oder Angehörige ethnischer Minderheiten sind.

Im Rahmen des von der EU finanzierten Projekts BROKERING (Employing the Cultural Broker in the Governance of Migration and Integration) sollte mehr über die Erfahrungen von Personal mit Migrationshintergrund und Angehörigen ethnischer Minderheiten unter den Mitarbeitern und die Art und Weise herausgefunden werden, wie deren Kenntnisse und Fähigkeiten in Organisationen des Dritten Sektors genutzt werden. Der Forscher gewannen die Daten aus qualitativen Interviews und Dokumenten. Bei den Fallstudienländer handelte es sich um Österreich, die Niederlande und das Vereinigte Königreich. Ungefähr zwei Drittel (mehr als 40) aller Interviews wurden mit ehemaligen Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern wie dem ehemaligen Jugoslawien, von den Philippinen, aus Simbabwe, Afghanistan, aus dem Irak und dem Iran, aus Tschetschenien und Somalia geführt. In den Interviews mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ging es um deren Lebenswege, ihr Wissen und ihre Beziehungen zu „Klienten“, Kollegen und Freiwilligen.

Die Resultate zeigten an, dass der Dritte Sektor im Zusammenhang mit Migranten zu einer wichtigen Arbeitsmarktnische für gut ausgebildete Flüchtlinge und andere Migranten sowie ethnische Minderheiten geworden ist, die aufgrund von Faktoren wie Diskriminierung und Sprachbarrieren Schwierigkeiten haben, Zugang zum Arbeitsmarkt zu erlangen. Dabei ist eine gebührende Wertschätzung der Art des Wissens erforderlich, das diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jenseits der sprachlichen Befähigungen mitbringen.

Diese Forschungsarbeit wird von Nutzen sein, um Gespräche über Multikulturalität zu eröffnen und zu bereichern, und sie kann Hilfestellung dabei geben, die Diversität auf Koordinierungs- und Managementebene zu vergrößern. Zudem kann sie die Führungskräfte, insbesondere im öffentlichen Sektor, sensibilisieren und die politischen Entscheidungsträger auf dem Gebiet der Beschäftigung von Flüchtlingen unterstützen.

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Schlüsselwörter

ethnische Minderheiten, Wanderarbeiter, Migrationskrise, Flüchtlinge, Diversität/Multikulturalität, Vermittlung
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