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FP7

HUVASC-SEQ Ergebnis in Kürze

Project ID: 624740
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Frankreich

Molekulare Einblicke in die Meningitis

Im Zuge einer europäischen Studie wurde eine genomische Analyse durchgeführt, um die bakteriellen und Wirtsdeterminanten zu bestimmen, die für Hirnhautentzündungen verantwortlich sind. Zu diesem Zweck entwickelten Wissenschaftler ein Mausmodell, welches menschliche Hautgewebetransplantate trägt.
Molekulare Einblicke in die Meningitis
Die Bakterienart Neisseria meningitidis stellt weltweit die Hauptursache für eine bakterielle Meningitis und Sepsis dar. Die bislang zur Untersuchung von N.-meningitidis-Infektionen verwendeten Tiermodelle haben die wichtigsten Merkmale von Meningokokkenerkrankungen wie bspw. Hautläsionen und Purpura nicht akkurat wiedergegeben.

Um dies zu adressieren, entwickelten die Wissenschaftler des EU-finanzierten Projekts HUVASC-SEQ (Functional Genomics Analysis of Neisseria meningitidis interactions with human dermal blood vessels in vivo) ein humanisiertes Mausmodell für Meningokokkeninfektionen, welches die mit einem septischen Schock infolge einer Meningokokkeninfektion assoziierten Haut- und Purpuraläsionen wiedergibt.

Dieses Modell beinhaltete die Transplantation von menschlicher Haut auf Mäuse mit Immunschwäche, der eine Inokulation gegen N. meningitidis in den Blutkreislauf folgte. Das Pathogen migrierte speziell zu dem in dem Hauttransplantat präsenten menschlichen Endothel, gründete Mikrokolonien und kolonisierte das vaskuläre Endothel. Dieser Prozess führte letztlich zu einer Entzündungsreaktion, zu Gewebeschäden und zur Bildung von Purpuraläsionen, die auch bei Menschen mit einer akuten Meningokokkämie beobachtet werden können.

Im Zuge von HUVASC-SEQ führten die Forscher eine genomweite Analyse durch und verwendeten funktionelle Assays, um ein besseres Verständnis von den Mechanismen zu erlangen, die der vaskulären Kolonisierung und Meningokokkenerkrankungen in vivo zugrunde liegen. Es wurden erfolgreich neue Genkandidaten identifiziert, die wichtig für die Virulenz während des vaskulären Kolonisierungsprozesses sind.

Insgesamt gesehen boten die Untersuchungsergebnisse fundamentale neue Einblicke in die Pathogenese von N. meningitidis. Die zukünftige Forschung unter Verwendung des humanisierten N.-meningitidis-Mausmodells soll Wissenschaftlern dabei behilflich sein, Gefäßundichtigkeiten sowie die Überschreitung der Blut-Hirn-Schranke durch N. meningitidis als Auslöser einer Hirnhautentzündung zu verstehen. Insgesamt genommen werden diese Maßnahmen zur Entwicklung neuartiger Therapeutika führen.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Meningitis, Neisseria meningitidis, HUVASC-SEQ, humanisiertes Mausmodell, vaskuläres Endothel
Datensatznummer: 191070 / Zuletzt geändert am: 2017-02-14