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FP7

HARDROCK Ergebnis in Kürze

Project ID: 623392
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Neuer Blick auf die Werkzeuge der bronzezeitlichen Metallverarbeiter

Bisher wurde nur wenig über die Werkzeuge geforscht, welche die Handwerker der Bronzezeit zur Anfertigung ihrer Produkte verwenden. EU-finanzierte Forscher haben nun die von den frühen Metallverarbeitern eingesetzten Steinwerkzeuge untersucht, um operative Abläufe und die ihre technische Entscheidungsfindung beeinflussenden Faktoren zu verstehen.
Neuer Blick auf die Werkzeuge der bronzezeitlichen Metallverarbeiter
Man nimmt oft an, dass Metallwerkzeuge auf Basis von Kupfer für den Werkzeugkasten der Metallverarbeiter aus der Bronzezeit repräsentativ sind. Die meisten der aus jener Zeit stammenden Metallbearbeitungsutensilien bestehen jedoch aus Stein. Die Umstände ihrer Entdeckung (oftmals an Fundstätten, die Siedlungen oder spezielle Werkstätten waren) können maßgebliche kontextbezogene Informationen über deren ursprünglichen Gebrauchszweck liefern.

Hauptziel des Projekts HARDROCK (Between a rock and a hard place: Context, function and choice of early metalworking tools on Europe’s Atlantic façade) war es, mehr Verständnis für die technischen und gesellschaftlichen Dimensionen der frühen Metallverarbeitung in Westeuropa zu entwickeln. Die Forschung konzentrierte sich auf den von den frühen Metallverarbeitern eingesetzten Werkzeugsatz, wobei Informationen über die physikalischen und kontextuellen Eigenschaften der Gerätschaften berücksichtigt wurden.

Das Forschungsteam untersuchte alle verfügbaren Daten über Metall- wie auch Steinwerkzeuge, wobei gleichermaßen die funktionelle Beziehung zwischen beiden erkundet wurde. Sie stellten einen kompletten Satz an Metallbearbeitungswerkzeugen aus einem Untersuchungsgebiet zusammen, das die Britischen Inseln, das atlantische Frankreich und die Iberische Halbinsel umfasst.

HARDROCK untersuchte Materialien aus den wichtigsten britischen und irischen Museumssammlungen sowie den maßgeblichen spanischen, portugiesischen und französischen Sammlungen. Das Team führte außerdem bibliografische Forschung über ethnoarchäologische Vergleiche, vor allem aus Afrika und Amerika, durch. Man besuchte im Lauf der zweijährigen Projektdauer mehr als 30 Museen und Sammlungen sowie identifizierte und untersuchte über 500 Werkzeuge. Dabei handelt es sich um das größte Korpus dieser Art von Objekten in ganz Europa.

Die Forschungsergebnisse verdeutlichten den Unterschied zwischen von Goldschmieden und von Grobschmieden verwendeten Steinwerkzeugen. Zudem ergab die Studie auch klare Präferenzen für spezielle Werkzeugkategorien sowie bei der Auswahl der Rohstoffe für die Werkzeugherstellung in den verschiedenen Teilen des Untersuchungsgebiets.

Projektarbeit und die neuen Erkenntnisse tragen zu einem verbesserten Verständnis der Metallbearbeitungstechniken der Vergangenheit bei. Diese und zukünftige derartige Untersuchungen können wesentliche Informationen über die Organisation von Produktionsprozessen sowie über die Position der Handwerker in vergangenen Gesellschaften liefern.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Metallverarbeiter, Bronzezeit, Metallverarbeitung, HARDROCK, steinerne Werkzeuge, Handwerk
Datensatznummer: 191111 / Zuletzt geändert am: 2017-02-15