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FP7

EMOTION IN SPEECH Ergebnis in Kürze

Project ID: 302452
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Frankreich

Wie wir Emotionen in der Sprache wahrnehmen

Beim Sprechen bezeichnet die Prosodie, der Satzrhythmus, die Art und Weise, wie etwas gesagt wird – d. h. Betonung, Nachdruck, Ton und Rhythmus. EU-finanzierte Forscher haben nun die relative Bedeutung von Tonhöhe, Timing und Lautheit bei der Vermittlung von grundlegenden Emotionen erkundet.
Wie wir Emotionen in der Sprache wahrnehmen
Das Projekt EMOTION IN SPEECH (Emotional prosody in speech: The importance of pitch, timing and loudness) konzentrierte sich auf Untersuchungen zu drei akustischen Signalen, die für die affektiven Aspekte der Prosodie von Bedeutung sind. Zwei grundlegende Ziele lenkten die Arbeit: die Wahrnehmung des emotionalen Satzrhythmus an sich besser zu verstehen und ihn durch den Vergleich mit dem emotionalen Ausdruck in der Musik in einen universelleren Kontext zu bringen.

Die Projektarbeit war in drei Hauptbereiche aufgeteilt. Die Partner entwickelten zunächst einen validierten Satz emotionaler Äußerungen in Französisch, die eine Reihe von Anregungen bilden, welche von französischen Forschern verwendet werden können, um emotionale Prosodie zu untersuchen. Äußerungen von Schauspielern wurden einsprachigen französischsprechenden Teilnehmern präsentiert. Akustische Messungen offenbarten, dass die Art, wie die Emotionen von den verschiedenen Schauspielern ausgedrückt wurden, sehr stark variierten. Die letzten 90 ausgewählten Äußerungen werden in Hinsicht auf die Überprüfung der Emotionswahrnehmung in der Sprache unter den Musikteilnehmern einer weiteren Validierung unterzogen.

EMOTION IN SPEECH erprobte im Folgenden die Wirkung von Kenntnissen in einer zweiten Sprache (Englisch) bei den Französischsprechenden auf die Wahrnehmung der amerikanischen emotionalen Prosodie. Das Forschungsteam überprüfte den Zusammenhang zwischen den von den Teilnehmern selbst angegebenen Englischkenntnissen und ihre Erkennung und Einschätzung von Emotionen in englischer Prosodie und bei Gefühlsausbrüchen. Sie stellten fest, dass Englischkompetenz nur mit emotionalem Satzrhythmus in Beziehung stand und das auch nur für positive Emotionen. Eine wissenschaftliche Arbeit über diese spezielle Forschung wurde in PLOS One unter dem Titel „Second language ability and emotional prosody perception“ (Kenntnisse in einer Zweitsprache und emotionale Prosodiewahrnehmung) veröffentlicht.

Im dritten Arbeitsgebiet schufen die Projektforscher einen Satz musikalischer Reize, die Wut und Freude ausdrücken, und testeten diese dann zusammen mit äquivalenten Sprachreizen, um die universellen Aspekte der auditiven Emotion zu erkunden. Improvisierte Melodien und Sprachstimuli wurden im Rahmen einer Elektroenzephalogrammuntersuchung eingesetzt, um zu untersuchen, ob das Gehirn Emotionen aus diesen beiden Reiztypen auf ähnliche Weise verarbeitet. Die Erkenntnisse dieses Projektabschnitts werden in einer wissenschaftlichen Arbeit vorgestellt, die derzeit in Vorbereitung ist.

Forschungen und Ergebnisse dieses Projekts heben die Komplexität der emotionalen Prosodie hervor. Die laufende Arbeit und experimentelle Resultate werden wichtiges Wissen über die Mittel beisteuern, durch welche wir Emotionen wahrnehmen, die möglicherweise dazu dienen werden, um die Behandlungen von Beeinträchtigungen bei der Erkennung von Emotionen bei Entwicklungsstörungen zu verbessern.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

EMOTION IN SPEECH, Emotion in der Sprache, Gefühl im Sprechen, Prosodie, Satzrhythmus, emotionale Prosodie, Tonhöhe, akustische Signale
Datensatznummer: 191154 / Zuletzt geändert am: 2017-02-21