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Vorteile für Gemeinden über Cloud-Computing erreichen

Im Rahmen eines EU-finanzierten Projekts wurde ein Marktplatz für cloudbasierte Dienstleistungen entwickelt, auf dem öffentliche Verwaltungsstellen, KMU und Bürger verfügbare Anwendungen durchsuchen und die für ihre Erfordernisse am besten geeigneten auswählen können.
Vorteile für Gemeinden über Cloud-Computing erreichen
Die öffentlichen Verwaltungsstellen in Europa sind oftmals durch starre organisatorische Ansätze gekennzeichnet. Dies kann die Wiederverwendung bestehender Dienstleistungen, die Entwicklung neuer Anwendungen oder die Migration von Dienstleistungen auf neue Technologien wie beispielsweise das Cloud-Computing für Bürger und Unternehmen erheblich erschweren.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, wurde im Rahmen des EU-finanzierten Projekts CLIPS eine gemeinsame Plattform mit interoperablen Diensten – sowie ein damit verbundenes Geschäftsmodell – entwickelt, damit die einfache Umsetzung cloudbasierter öffentlicher Dienstleistungen möglich ist, welche Bürgern direkte Vorteile bringen.

„CLIPS stellt für die Cloud-Fähigkeiten der EU einen großen Fortschritt dar, der nicht nur für öffentliche Organisationen auf nationaler und regionaler Ebene, sondern ebenso für KMU und die Bürger signifikante Vorteile mit sich bringt“, erklärt Projektkoordinator Lanfranco Marasso. „Infolgedessen stellen wir fest, dass CLIPS bei dem digitalen Wandel, der sich im öffentlichen Sektor und in der Schaffung nachhaltiger Ökosysteme vollzieht, eine wichtige Rolle spielt.“

Ein großer Schritt vorwärts

Die Plattform stellt einen Marktplatz für cloudbasierte Services und Microservices (MSs) dar, auf dem öffentliche Verwaltungsstellen, KMU und Bürger verfügbare Anwendungen durchforsten, die geeignetsten Anwendungen für ihre Bedürfnisse auswählen und anschließend eigene Dienstleistungen erstellen können. Gleichzeitig bietet der Marktplatz KMU die Möglichkeit, ihre Dienstleistungen zu bewerben und zum Verkauf anzubieten sowie die Freigabe und Wiederverwendung von Lösungen zu unterstützen, die bereits für andere Behörden entwickelt wurden.

„CLIPS ist im Wesentlichen dafür konzipiert, die Kommunikation zwischen öffentlichen Verwaltungsstellen, Bürgern und KMU zu vereinfachen“, sagt Lanfranco Marasso. „Dies bedeutet, dass sich öffentliche Verwaltungsstellen und Betriebe auf Innovationen fokussieren können, anstatt so viel Zeit damit zuzubringen, sich über die Infrastruktur und Technologie zu sorgen.“

Vorteile für Bürger

Die Plattform hat bereits gezeigt, welche direkten Vorteile sie bietet. Das Projekt demonstrierte beispielsweise, wie cloudbasierte Dienstleistungen bei einem problemlosen Umzug einer Familie von einem EU-Mitgliedsstaat in einen anderen behilflich sein können. Dies geschah über die Erbringung von Dienstleistungen auf der Basis der CLIPS-Plattform in vier Pilotstädten – Bremerhaven (Deutschland), Lecce (Italien), Novi Sad (Serbien) und Santander (Spanien).

„Unter Berücksichtigung von Verwaltungsanforderungen wie zum Beispiel der Anmeldung für Versorgungsleistungen, für die Schule, für die lokale Besteuerung und für die Sozialfürsorge zeigten diese Piloten, wie die Cloud die Erbringung von öffentlichen Dienstleistungen verbessern kann“, sagt Roberto Di Bernardo, der Technologie-Guru des Projekts. „Die Definition und Implementierung dieser neuen cloudbasierten Dienstleistungen folgt einem Mash-up-Ansatz, der auf die Entwicklung einer Ökosystemvorlage ausgerichtet ist, die ohne Weiteres in ganz Europa repliziert werden kann und somit die Interoperabilität sowie das Zutrauen der Verbraucher in Cloud-Services fördert.“

Zur Unterstützung der „Smart City“-Initiativen der Stadt Santander wurde im Zuge von CLIPS ein Dienst für die Beschaffung von offiziellen Zensusurkunden entwickelt – das Verfahren, das von den Einwohnern Santanders am häufigsten in Anspruch genommen wird. In Bremerhaven war CLIPS dabei behilflich, einen Cloud-basierten Dienst für die Beantragung eines Kindergartenplatzes zu implementieren. Dieser Dienst ermöglicht es Nutzern, die planen nach Bremerhaven zu ziehen, Kindergärten zu finden und bereits das Antragsverfahren einzuleiten.

„CLIPS ist dabei behilflich, die Mobilität der Unionsbürger im Bereich der öffentlichen Verwaltung zu vereinfachen“, sagt Roberto Di Bernardo. „Den Bürgern wird ermöglicht, bei Anträgen aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung, die von Drittländern bereitgestellt werden, ihre eigenen nationalen Nachweise wiederzuverwenden und ihre sensiblen Daten staatenübergreifend sicher zu übertragen.“

Schichtenarchitektur

Um ein Legacy-Informationssystem aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung in die Cloud zu migrieren und die anschließende Wiederverwendung von Ressourcen zu ermöglichen, war die Plattform des CLIPS-Projekts an dem Microservice (MS)-Konzept ausgerichtet und wurden eine Micro-Proxy (MP)-Plattform eingeführt sowie ein hybrider Integrationsansatz angewandt.

Die CLIPS-Plattform ist zudem dreistufig aufgebaut und beinhaltet IaaS (Infrastructure-as-a-Service)-, PaaS (application Platform-as-a-Service)- und (Software-as-a-Service) SaaS-Schichten. Letztgenannte Schicht ist am wichtigsten, da hierbei die einsatzbereiten SaaS-Softwareservices, die als Entwicklungsfunktionalität von üblichen PaaS fungierende Anwendung sowie ein praktischer Marktplatz für die Anwendungsentwicklung miteinander kombiniert werden. Eine strukturübergreifende Schicht für das Management von Sicherheitsaspekten ist ebenfalls beinhaltet.

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Schlüsselwörter

CLIPS, Cloud-Computing, Open-Source, Smart Cities, öffentliche Verwaltungsstellen, öffentliche Dienstleistungen, KMU
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