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Die Schaffung eines Cloud-basierten Marktplatzes

Eine innovative neue „Plug in“-Plattform kann öffentliche Verwaltungsstellen bei einem effizienten Management ihrer Dienstleistungen unterstützen und Zugang zu einer Vielzahl Cloud-basierter Anwendungen bieten. Hierdurch stehen eine Revolutionierung des öffentlichen Auftragswesens sowie kommunale Kosteneinsparungen in Aussicht.
Die Schaffung eines Cloud-basierten Marktplatzes
Integrierte cloudbasierte Anwendungen ermöglichen ein nahtloses Asset-Management in Bezug auf öffentliche Dienstleistungen – etwa im Hinblick auf das Verkehrs- und Abfallmanagement – und nutzen von Bürgern erstellte Sensordaten auf effiziente Weise. Die europaweite Implementierung gestaltet sich jedoch unterschiedlich. Dies ist größtenteils auf zu knapp bemessene Budgets und auf einen eingeschränkten Zugang zu solchen Dienstleistungen zurückzuführen.

„Das Betreiben und die Pflege einer einzigen Plattform ist für viele Gemeinden teuer und die Umsetzung von Cloud-Computing-Dienstleistungen kommt langsam voran“, erklärt Ignacio Soler, Koordinator des EU-finanzierten Projekts CLOUDOPTING und Mitbegründer von USmart Partners in Barcelona, Spanien. „Um dies zu adressieren, entwickelten wir eine Plattform, die Verwaltungen Zugang zu Cloud-Dienstleistungen auf Pay-per-Use-Basis bietet. Dies bietet das Potenzial für eine erhebliche Senkung der IT-Anwender-Ausgaben.“

Ein Katalog mit Cloud-Dienstleistungen

Diese „Plug and Play“-Plattform kann von Verwaltungsstellen problemlos installiert werden und ermöglicht eine zentrale Verwaltung operativer Daten. Die Plattform bietet vor allem Zugang zu einem Katalog mit Anwendungen und Services, die von Städten und Gemeinden in ganz Europa verwendet werden kann.

Hierdurch kann potenziell ein EU-weiter Marktplatz für innovative neue Anwendungen geschaffen werden. Ein Service, der erfolgreich in einer Stadt implementiert worden ist, kann beispielsweise ohne weiteres von einer anderen Stadt übernommen werden, falls diese Dienstleistung in dem Katalog aufgeführt ist. CLOUDOPTING stellt öffentlichen Stellen, in denen überhaupt keine Cloud-Implementierungen vorhanden sind, ein leicht zugängliches Bündel mit Dienstleistungen bereit, die direkt umgesetzt werden können.

„Die Stadt Barcelona zum Beispiel (welche das Projekt leitete) kann jetzt für kleinere Gemeinden in der Umgebung Cloud-basierte Services erbringen“, erklärt Ignacio Soler. „Über die Installation dieser Plattform wurde ein Marktplatz für Dienstleistungen geschaffen, auf die diese Gemeinden – insgesamt etwa 900 an der Zahl – zugreifen können. Es ist nicht notwendig, diese Dienstleistungen in mehreren Clouds zu replizieren, dies wäre ohnehin nicht zu finanzieren.“

Ein europäischer Marktplatz

Im europäischen Kontext bedeutet dies, dass eine Anwendung, die in Barcelona für die sensorgesteuerte Beleuchtung von Straßen genutzt wird, jetzt ohne Weiteres in Berlin repliziert werden oder das eine mobile Dienstleistung, die es Bürgern ermöglicht, Orte von Interesse zu finden, in zahlreichen Gemeinden repliziert werden kann. Gegen Ende des Projekts wurden Administratoren und Serviceanbieter aus ganz Europa zur Teilnahme an drei „Hackathons“ eingeladen, auf denen die Plattform persönlich ausprobiert werden konnte. Das Feedback war laut Soler sehr positiv.

„Aus Sicht der Serviceanbieter steigert diese Plattform die Chancen, ihre Produkte vermarkten zu können, erheblich“, merkt Ignacio Soler an. „Diese Plattform bietet ein immenses Potenzial zur Schaffung von Geschäftsmöglichkeiten; Unternehmen können Ihre Dienstleistungen in dem Katalog veröffentlichen und diese in ganz Europa und sogar weltweit bewerben. Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit Investoren, um CLOUDOPTING in ein Start-up-Unternehmen zu verwandeln und auf den Markt zu bringen. Das Ende dieses Projekts (Februar 2017) ist eigentlich erst der Anfang.“

Die Umsetzung des Cloud-Computing vollzieht sich in Europa langsamer als andernorts; als Beispiel hierfür sind die USA zu nennen. Soler ist inständig davon überzeugt, dass ein EU-weiter Ansatz erforderlich ist, um einen tragfähigen europäischen Marktplatz für das öffentliche Auftragswesen im Bereich Cloud-basierter Services zu schaffen. „Dies war ein zentrales Ergebnis des CLOUDOPTING-Projekts“, erklärt Ignacio Soler.

„Gemeinden und lokale Regierungen arbeiten an sehr strengen Vorgaben bezüglich der Ausschreibung und Bewertung von Aufträgen und es ist von entscheidender Bedeutung, dass EU-weite Regelungen für das Auftragswesen eingerichtet werden, die von allen EU-Ländern umgesetzt werden können. Es sind konkrete politische Maßnahmen erforderlich, um dies zu verwirklichen. Wir haben die technischen Möglichkeiten, diese Plattform zum Laufen zu bringen, wir brauchen jedoch auch EU-weite Regelungen für das Auftragswesen, die den Marktplatz erfolgreich machen.“

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Schlüsselwörter

CLOUDOPTING, Gemeinden, urban, Auftragswesen, Soler, Barcelona, Sensor, Hackathon
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