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Internationales Schulungs- und Forschungsnetzwerk kartiert im Wandel begriffene europäische Beschäftigungslandschaft

Angesichts tiefgründiger Entwicklungen wie etwa dem aktuellen Wirtschaftsklima und der Globalisierung ist es nicht ungewöhnlich, dass andere, die Arbeitswelt in Europa umgestaltende Faktoren übersehen werden. Eine EU-Initiative vereinte nun renommierte Akademiker und Forscher, um den Wandel in der Welt der Beschäftigung wie beispielsweise die alternde Arbeitnehmerschaft, Zu- und Abwanderung sowie die Umstrukturierung der Industrie zu untersuchen.
Internationales Schulungs- und Forschungsnetzwerk kartiert im Wandel begriffene europäische Beschäftigungslandschaft
In ganz Europa verändern sich die Arbeitsmodelle. Dieser Wandel erschwert es den Menschen, so zu arbeiten und zu leben, wie sie es vorher getan haben, was sowohl für Angestellte als auch für Arbeiter gilt. Dabei geht es um längere Arbeitstage und auch einer Intensivierung der von ihnen zu erledigenden Arbeit.

Somit besteht ein dringender Bedarf daran, dass die Wissenschaftler ein interdisziplinäres, grenzüberschreitendes vergleichendes Verständnis für zeitgenössische Formen der Globalisierung entwickeln, die sich in neuen Arten von Arbeit und Beschäftigung zeigen. Diese bieten Chancen und Herausforderungen für die verschiedenen Akteure innerhalb des Beschäftigungssektors und darüber hinaus.

Dank EU-Finanzmitteln konnte das Projekt CHANGINGEMPLOYMENT (The changing nature of employment in Europe in the context of challenges, threats and opportunities for employees and employers) „eine gute Anzahl von kritischen Sozialwissenschaftlern und neuen Forschern zusammenbringen, die sich mit der europaweiten Transformation von Arbeitsverhältnissen und Arbeitsbedingungen beschäftigen“, erläutert Projektkoordinator Professor Paul Stewart von der Abteilung für Humanressourcenmanagement der Business School der University of Strathclyde. „Die Forschung konnte die Beschaffenheit der Umstrukturierung der europäischen Arbeitsmärkte und Volkswirtschaften infolge des gegenwärtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels sowie die Auswirkungen ermitteln, die diese auf Arbeitsbeziehungen und Arbeitsleben hat.“

Tief in die sich entwickelnde Erwerbslandschaft eintauchen

CHANGINGEMPLOYMENT schulte 12 Doktoranden- und 3 Postdoktorandenforschende darin, Veränderungen in der Beschäftigung zu durchschauen, zu analysieren und auf sie zu reagieren. Das geschah unter der Führung von renommierten Hochschullehrern, mit Unterstützung durch das Europäische Gewerkschaftsinstitut, die Internationale Arbeitsorganisation, eine Beratungsgruppe und weitere assoziierte Partner, darunter CAIRDE Teo, eine sozialwirtschaftliche Organisation in der Stadt Armagh in Nordirland. Sie erkundeten die Art und Weise, wie sich die Arbeitsmärkte und Volkswirtschaften Europas weiterentwickeln und konzentrierten sich auf drei zentrale Themenbereiche, welche die dem Wandel unterworfenen Beschäftigungsbedingungen in Europa repräsentieren: Management und Mitarbeiterbeziehungen, Einbeziehung und Ausgrenzung bei der Arbeit sowie Zu- und Abwanderung sowie Wohlergehen und Lebensqualität der Arbeitnehmer im Zusammenhang mit der Beschäftigung.

Was den ersten Punkt betrifft, betrachteten die Forscher die multinationalen Unternehmensstrategien für Humanressourcen während der Wirtschaftskrise sowie Form und Charakter der Arbeitnehmervertretung im Hinblick auf die Verbreitung bestmöglicher Verfahren. Das zweite Thema umfasste neue Entwicklungen, unter anderem jene, die aus der Wirtschaftskrise erwachsen, insbesondere die Folgen von Arbeitslosigkeit, Migration, prekärer Beschäftigung sowie Alter, ethnischer Herkunft und geschlechtsspezifischen Ungleichheiten. Letztes Thema waren die Auswirkungen von moderne Arbeitsformen und Beschäftigungsflexibilität auf die Qualität des Arbeitslebens. Zu den Ergebnissen der drei thematischen Gruppen zählen Herausgeberbände, Buchkapitel, gemeinsame wissenschaftliche Arbeiten, Artikel, Berichte und eine aktuelle Internetseite.

Verstärkung sozialwissenschaftlicher Netzwerke in Reaktion auf Beschäftigungsveränderungen

Das umfangreiche Schulungsprogramm stellte den Forschern ein interdisziplinäres und sektorübergreifendes Wissen über die drei im Wandel befindlichen Beschäftigungsbedingungen zur Verfügung. Es umfasste Austauschbesuche, Abordnungen, Feldforschung, drei Sommerschulen, zwei Winterschulen, mehrere Workshops und Themenseminare sowie ein jährliches Netzwerkkolloquium. „Die Forscherinnen und Forscher – eine neue Generation von politikorientierten Sozialwissenschaftlern – untersuchten den sich wandelnden Charakter der Beschäftigung in Europa aus der Perspektive von Arbeitnehmer, Führungskräften, Wanderarbeitern und deren Familien, wobei man die Auswirkungen im Zusammenhang mit Ethnizität, Geschlecht und Alter berücksichtigte“, erklärt Professor Stewart.

Die Stipendiaten erstellten außerdem eine eigene Serie von Forschungsarbeiten, um die Auseinandersetzung über diese sich wandelnde europäische Landschaft in Bezug auf Herausforderungen, Gefahren und Chancen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu erkunden und zu fördern.

Im Rahmen von CHANGINGEMPLOYMENT entstandene Synergien zwischen den talentierten Forschern und führenden Akademikern ergaben ein globales akademisches Netzwerk. „Mit der Teilnahme an und der Reifung in einem einfallsreichen internationalen sozialwissenschaftlichen Schulungsnetzwerk gelangte man zur Entwicklung von Forschungspraktiken und hochmoderner Beschäftigung mit globalen Praktikern von Institutionen des privaten und öffentlichen Sektors und Gewerkschaften“, schließt Professor Stewart.

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Beschäftigung, Globalisierung, Arbeit, CHANGINGEMPLOYMENT, Arbeitnehmer, Arbeitgeber
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