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FP7

CertifHy — Ergebnis in Kürze

Project ID: 633107
Gefördert unter: FP7-JTI
Land: Belgien
Bereich: Energie

Der Wasserstoff-Genehmigungsstempel

Mit der Schaffung eines Zertifizierungssystems für mit geringem CO2-Ausstoß belasteten Wasserstoffbrennstoff geht man den Weg zum Aufbau eines auf geringe CO2-Emissionen umgestellten europäischen Energiemarkts. Das EU-finanzierte CERTIFHY-Projekt geht mit dem neuen System des „Herkunftsnachweises“ (Guarantee of Origin) einen Schritt vorwärts in diese Richtung.
Der Wasserstoff-Genehmigungsstempel
Ein Einsatz von Wasserstoff als Brennstoff könnte ökonomische und ökologische Vorteile haben, aber momentan werden über 95 % des gesamten Wasserstoffs in kohlendioxidintensiven Prozessen aus fossilen Brennstoffen erzeugt. Damit Wasserstoff zu einer klimafreundlichen Alternative zu fossilen Brennstoffen werden kann, muss sich hier etwas ändern — und die Macher des kürzlich abgeschlossenen EU-Projekts CERTIFHY sind der Meinung, dass seine neue Rahmenumgebung dazu beitragen könnte. „Mit einer Definition von umweltfreundlichem und mit geringem CO2-Ausstoß belasteten Wasserstoff, einem detaillierten Vorschlag für ein System zum Herkunftsnachweis (Guarantee of Origin, GO) und einem Fahrplan zur Umsetzung hoffen wir, einen Markt erschaffen zu können, der in Europa die Umstellung von Industrie und Verkehr auf geringe CO2-Emissionen unterstützen kann“, sagt Projektkoordinator Wouter Vanhoudt von der in Belgien beheimateten Energieberatungsfirma Hinicio.

Das von Hinicio angeführte CERTIFHY-Konsortium umfasste Technologie-, Politik- und Rechtsexperten, aber keine Industrievertreter, um zu vermeiden, dass die Interessen eines bestimmten Sektors den Planungsentwurfsprozess beherrschen. Die Industrie war jedoch über die Verbundpartner, darunter viele multinationale Unternehmen der Fertigung und Energieerzeugung, stark eingebunden.

Einer der ersten Aufgaben des Konsortiums war die Definition von unter geringen CO2-Emissionen erzeugtem Wasserstoff mit der Bezeichnung Premium Hydrogen (Premium-Wasserstoff). Man nahm dann eine Unterteilung in CERTIFHY Green Hydrogen (umweltfreundlicher Wasserstoff) und CERTIFHY Low Carbon Hydrogen (CO2-armer Wasserstoff) vor, wobei beide Typen CO2-Emissionen aufweisen, die um 60 % geringer als bei den gegenwärtigen industriellen Praktiken sind, aber der erstgenannte durch erneuerbare Energien und der letztgenannte durch nicht erneuerbare Energien erzeugt wurde. Beide Typen stellen einen Wasserstoffbrennstoff bereit, der auf verschiedene Nachfragen reagiert - sei es auf umweltfreundlichere Produkte oder den Vorstoß in Richtung Umstellung auf eine Wirtschaft mit geringen CO2-Emissionen.

Das Konsortium schuf einen „Herkunftsnachweis“ bzw. ein GO-System (Guarantee of Origin), das die Anmeldedaten des als Brennstoff gehandelten Wasserstoffs entweder als Green Hydrogen oder Low Carbon Hydrogen zertifiziert. Dabei berücksichtigt man sowohl erneuerbare Energie als auch Treibhausgasemissionen, und da Wasserstoff ein Energieträger ist, der in Elektrizität und (synthetisches) Erdgas umgewandelt werden kann, ist es möglich, das System mit Zertifizierungsregelungen in anderen Energiesektoren zu verknüpfen. Vanhoudt zufolge stellte dies im Endeffekt „ein transparentes und glaubwürdiges System dar, das die Verbraucher durch die Offenlegung der Umweltqualität von Wasserstoff in Hinsicht auf Herkunft und Kohlendioxidintensität motiviert.“

„Herkunftsnachweise verschaffen den Endnutzern die Freiheit, die Kohlendioxidintensität und/oder den erneuerbaren Gehalt des von ihnen verbrauchten Wasserstoffs zu wählen“, erklärt Vanhoudt weiter. Die Hoffnung besteht dabei darin, dass dieser verbraucherorientierte Ansatz zur treibenden Kraft für die Energiewende Europas und die Umstellung von Industrie und Verkehr auf geringe CO2-Emissionen wird. Das von CERTIFHY mit seinem GO-System etablierte gemeinsame Verständnis wird die Nachfrage steigern und einen neuen Markt für Premium Hydrogen erschaffen.

Im Oktober 2016 fand in Brüssel das Abschlusstreffen des Projekts statt, auf dem das Konsortium die Projektergebnisse und die nächsten Schritte einem Publikum aus führenden Industrievertretern, politischen Entscheidungsträgern und Branchenverbänden vorstellte. Neben anderen wurde das System von der europäischen öffentlich-private Partnerschaft für Brennstoffzellen- und Wasserstoffenergietechnologien stark befürwortet. Bart Biebuyck, Geschäftsführer des Gemeinsamen Unternehmens Brennstoffzellen und Wasserstoff (Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking, FCH JU) betonte: „CERTIFHY ist ein vielversprechendes Projekt, das aus der Industrie gute Unterstützung bekommt.“

Starke Unterstützung bietet eine Verpflichtung zur Umsetzung des ersten EU-weiten GO-Programms für Premium-Wasserstoff. Das Konsortium richtet eine Aufsichtsstelle ein und entwickelt eine GO-Infrastruktur. Erste Validierungen werden Pilotanlagen in den Mitgliedstaaten sein, in denen die Industrie unter Einsatz von aus erneuerbaren Energiequellen gewonnenem Strom umweltfreundlichen oder mit geringem CO2-Ausstoß belasteten Wasserstoff herstellen wird. Das Konsortium wird Produktionschargen prüfen, um Herkunftsnachweise zu erschaffen, die in ein Register eingetragen und dann unter den Marktteilnehmern gehandelt werden können.

Schlüsselwörter

CERTIFHY, Wasserstoffbrennstoff, Green energy, umweltfreundliche Energie, emissionsarme Energie, mit geringem CO2-Ausstoß belastete Energie, Kohlendioxidintensität, Herkunftsnachweis, Guarantee of Origin
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