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FP7

AdaptIVe Ergebnis in Kürze

Project ID: 610428
Gefördert unter: FP7-ICT
Land: Deutschland

Automatisierte Technologien für das Fahren

EU-finanzierte Forscher erzielten erhebliche Fortschritte bei der Prüfung automatisierter Technologien, die Autos und andere Kraftfahrzeuge viel sicherer machen könnten. Das Team des Projekts ADAPTIVE sorgte dafür, dass diese Innovationen die Bedürfnisse des Fahrers, die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Kosten für die Zulassung in vollem Umfang berücksichtigen.
Automatisierte Technologien für das Fahren
Die Erfolge dieses Projekts gehen nun in ein äußerst ehrgeiziges EU-gefördertes Pilotprojekt ein, das diesen Herbst starten und das europäische Know-how zu der Frage, wie automatisierte Fahrzeuge effektiv in die europäische Verkehrsinfrastruktur integriert werden können, voranbringen soll.

Vom Menschen inspirierte Technologie

Ein wesentliches Ziel von ADAPTIVE bestand darin, die Bedeutung des menschlichen Faktors für jede automatisierte Lösung hervorzuheben. "Wir müssen akzeptieren, dass wir es noch eine ganze Weile mit menschlichen Fahrern zu tun haben werden", sagt ADAPTIVE-Projektkoordinator Aria Etemad von der Volkswagen Konzernforschung. "Daher müssen wir Fahrzeuge hinsichtlich der Erfassung ihrer Umgebung intelligenter machen, aber gleichzeitig sicherstellen, dass diese Intelligenz mit der des Fahrers im verwoben ist."

Dieses Konzept beeinflusste die Art der Innovationen, die getestet wurden, und es wurde ein Verhaltenskodex geschaffen, der den menschlichen Faktor berücksichtigt. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu, wie man ein automatisiertes System entwerfen sollte, wird nun in künftige EU-geförderte Initiativen eingebracht werden.

Das Projekt entwickelte die technische Seite der Fahrzeugautomatisierung durch das Testen von Sensorkombinationen weiter: Ultraschall-Kameras, Radar und Laserscanner. Etemad und sein Team versuchten, die Fähigkeit der Automatisierung, Aufgaben auszuführen, die das Fahren sicherer machen, auszunutzen. Zum Beispiel könnten Informationen vom hinteren Ende eines Staus an nachfolgende Fahrzeuge geschickt werden, um dadurch Staus zu reduzieren und das Risiko für Unfälle zu verringern.

"Zu den allgemeinen Szenarien, die wir getestet haben, gehörten das Parken bei niedriger Geschwindigkeit, ​Stadtfahrten bei mittlerer Geschwindigkeit sowie Schnellverkehr mit bis zu 130 km/h", erklärt er. "Ein Szenario waren Fahrzeuge beim Einfahren auf Autobahnen. Wir demonstrierten, wie ein Lastwagen auf der Autobahn mit einem Auto kommunizieren kann, das auf die Autobahn fahren möchte, um daraufhin genügend Platz zu lassen, und umgekehrt." Das Projekt untersucht außerdem, wie eine Rettungsspur geschaffen werden könnte, um Rettungsfahrzeuge passieren zu lassen.

Langfristige Planung

Ein weiteres wichtiges Element, zu dem das Projekt konkrete Ergebnisse lieferte, ist die Entwicklung neuer Methoden zur Prüfung und Bewertung. "Das ist für die weitere Entwicklung enorm wichtig", sagt Etemad. "Um neue Lösungen, zum Beispiel für automatische Abstandsregler, zu entwickeln, müssen Sie sie bis zu 2.000 Testkilometer fahren. Für automatisierte Fahrlösungen müssen Sie möglicherweise bis zu 100.000 Kilometer fahren, um die Genehmigung zu erhalten. Dies ist eindeutig zu kostenaufwendig, weshalb wir mögliche Simulationssoftware identifiziert haben, die der Industrie helfen könnte."

ADAPTIVE identifizierte auch bestimmte rechtliche Aspekte – wie das Wiener Übereinkommen von 1968 –, die reformiert werden müssen. Hier ist festgelegt, dass die Fahrer zu jeder Zeit die Kontrolle über ihr Fahrzeug haben müssen. Anpassung und Harmonisierung der rechtlichen Infrastruktur sind entscheidend, um die Zulassung automatisierter Fahrzeuge auf der Straße überhaupt zu ermöglichen.

Die Ergebnisse dieses bahnbrechenden Projekts, das nach 42 Monaten im Juni 2017 abgeschlossen wird, werden nun in dem kommenden Projekt L3PILOT verwendet werden. Diese Initiative wird 100 automatisierte Fahrzeuge in 12 europäischen Ländern testen und ist das größte EU-geförderte Projekt seiner Art. "Es liegt immer noch eine Menge Arbeit vor uns", sagt Etemad. "Wir müssen Sensoren in kritischen Situationen testen, beispielsweise Radare in Schnee und Kameras im Nebel."

Durch eine sorgfältige Prüfung der rechtlichen, technischen, personellen und wirtschaftlichen Probleme im Bereich des automatisierten Transports, hat ADAPTIVE einen hervorragenden Überblick über die Herausforderungen auf dem Weg zu einer automatisierten Mobilität geschaffen. Jetzt will man auf dieser Arbeit aufbauen, um den Sektor immer näher in Richtung Kommerzialisierung voranzutreiben.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Information and Media

Schlüsselwörter

ADAPTIVE, Verkehr, Automobil, Robotik, Sicherheit, Volkswagen, städtisch, Mobilität, Automation, L3, HMI, Haftung, Schnellstraße, Sensor, Radar, Lidar, Wahrnehmung, Parkplatz
Datensatznummer: 198032 / Zuletzt geändert am: 2017-05-15
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