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Den Untergrund der Erde mit topmodernen Instrumenten noch besser modellieren

Eine EU-Initiative hat eine neue globale Datenbank der teleseismischen Receiver Functions (RFs) zur Bildgebung der Strukturen der Erde aufgebaut.
Den Untergrund der Erde mit topmodernen Instrumenten noch besser modellieren
Der Standardansatz zur Erzeugung von RF-Bildern umfasst die manuelle Auswahl geeigneter seismischer Spuren, was die gesamte Methode sehr zeitaufwändig werden lässt. Vor dem Hintergrund dieses Problems arbeitete das von der EU finanzierte Projekt GLIMER (Global lithospheric imaging using earthquake recordings) an der Erzeugung eines umfassenden Sets globaler RFs, die problemlos am die Bildverarbeitung angepasst werden können.

Die Projektpartner konzentrierten sich auf die Implementierung eines automatisierten Workflows zur Verarbeitung konvertierter teleseismischer Wellen. Sie wendeten diesen Workflow im Folgenden auf einen großen globalen Datensatz an und entwickelten Werkzeuge, die den Nutzern eine Visualisierung der resultierenden Datenprodukte gestatten.

Es wurden gezielt Daten aus permanenten und temporären seismischen Netzwerken weltweit auf automatische Weise verarbeitet, um globale Karten der wichtigsten Grenzflächen anzufertigen. Auf diese Weise eröffnet sich eine einzigartige Sicht darauf, wie die Eigenschaften derartiger Grenzflächen zwischen verschiedenen tektonischen Umgebungen variieren und wie die Grenzflächen zu den in diesen Umgebungen ablaufenden geologischen Prozessen in Beziehung stehen.

Das GLIMER-Team hat eine Datenbank erarbeitet, die über 1,3 Millionen einzelne RFs von 8 257 Stationen weltweit beinhaltet. Die Mitwirkenden konzipierten eine Serie von Werkzeugen, um die entstehenden Datenprodukte zu visualisieren, die über die Projektwebsite öffentlich zugänglich gemacht wurden. Dazu zählte eine kartengestützte Schnittstelle, die es dem Nutzer ermöglicht, RFs an einzelnen Stationen zu prüfen, sowie interaktive Programme, die Querschnitte durch dreidimensionale Volumen von RFs erzeugen können.

Die Projektergebnisse wurden außerdem in ein Programm für Öffentlichkeitsarbeit aufgenommen, das darauf abzielt, die Wahrnehmung der Wissenschaften der festen Erde zu steigern.

Der GLIMER-Datensatz über globale RFs gestattet es nun den Wissenschaftlern, den traditionellen, nutzerintensiven Bearbeitungsschritt zu umgehen und direkt auf die Interpretationsstufe zu springen oder zu technisch ausgereifteren Bildgebungsstrategien überzugehen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

teleseismisch, Receiver Functions, GLIMER, lithosphärische Bildgebung, Erdbebenaufzeichnungen
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