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Die neuen Medien und der Behindertensport

Ein EU-Team hat das Engagement der Bürgerinnen und Bürger von London und Toronto in Bezug auf Behindertensportveranstaltungen einer Bewertung unterzogen. Die Resultate stehen für eine geringe Wahrnehmung der Veranstaltungen und schlechte Kenntnisse über Behinderungsklassifikationen sowie eine allgemeine Vorliebe für das Abrufen von Sportberichterstattung über das Smartphone.
Die neuen Medien und der Behindertensport
Große internationale Sportveranstaltungen für behinderte Athletinnen und Athleten finden abwechselnd in den Gastgeberstädten statt. Dennoch ist nur wenig über die nachhaltigen Auswirkungen derartiger Veranstaltungen auf die gastgebenden Gemeinden bekannt.

Das von der EU finanzierte Projekt LONTOR (An investigation of the impact of multi-platform media coverage of the 2012 London Paralympic Games and the 2015 Toronto Parapan American Games upon perceptions of disability) untersuchte Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen und die Nutzung von Medientechnologie in Bezug auf große Sportveranstaltungen.

Forscher befragten mehrere Monate lang die Öffentlichkeit in Stadtteil East London und in der Greater Toronto Area.

Die Resultate lassen eine Komplexität und Spannungen in den Standpunkten rund um Identität, Medien, Behinderung und Inklusion erkennen.

Im Rahmen der Untersuchung stellte man fest, dass die Multimedia-Nutzung sowohl umfassend stattfindet als auch einem ständigen Wandel unterliegt. In den Resultaten zeigen sich Konsequenzen in Bezug auf die Art und Weise, wie Fans Sportereignisse verfolgen. Twitter stellte eine wichtige Informationsquelle dar; jedoch ist die Nutzung hier rückläufig. Die Fans verfolgen Sport in zunehmendem Maße lieber auf Smartphones als auf anderen Geräten - das galt in London für 35 % und in Toronto für 38 % der Befragten.

Obgleich für einige Befragte die konventionellen Medien wie Radio und Fernsehen ihre Bedeutung behielten, stellen die neuen Medien eine starke Herausforderung dar.

Die meisten Teilnehmer hatten nur begrenztes Wissen über die Sportveranstaltungen. Mehr als 26 % der in London befragten Personen hatten bislang noch nichts von den Paralympischen Spielen gehört. Auch nahezu die Hälfte der in Toronto Befragten hatte noch nie etwas von den Parapan American Games gehört.

In beiden Fällen kannten über 80 % der Befragten nicht den Zweck des Klassifizierungssystems im Behindertensport.

Im Abschluss an Veranstaltungen dieser Art konnten sich nur wenige Leute an Namen oder Leistungen der Athletinnen und Athleten erinnern. Überdies folgte man den Athleten nach den Spielen nicht. Die Situation ähnelt der von weniger populären olympischen Disziplinen wie beispielsweise Fechten und Diskuswerfen. Die britische Vorgeschichte als ein Gründungsmitglied der Paralympischen Spiele verschaffte den britischen Athletinnen und Athleten eine höhere Anerkennung als ihren kanadischen Kameraden. 31 bis 55 % der britischen Befragten kannten britische Athleten, wozu nur bis zu 8 % der Kanadier überhaupt in der Lage waren.

Die Projektresultate werden für verschiedene Leitungsgremien des Behindertensports von Nutzen sein.

Die Resultate verdeutlichen die unterschiedlichen Prioritäten derartiger Gremien im Vergleich zum Interesse der allgemeinen Öffentlichkeit am Behindertensport.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Sportveranstaltungen, Behinderung, LONTOR, Medienberichterstattung, Paralympische Spiele, Parapan American Games
Datensatznummer: 198635 / Zuletzt geändert am: 2017-05-30
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