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Probleme der Trockengebiete wissenschaftlich betrachtet

Ein EU-Team hat die Wirksamkeit der konventionellen Verbreitung von Wissenschaft mit Programmen auf Basis von Engagement verglichen. Das Team überprüfte den Stand der Technik in Hinsicht auf die Wüstenbildung, baute ein Expertennetzwerk auf und erschuf eine Online-Wiki-Ressource.
Probleme der Trockengebiete wissenschaftlich betrachtet
40 % der Landfläche der Erde sind Trockengebiete, die von 30 % der Weltbevölkerung bewohnt werden, wozu hauptsächlich die armen und an den Rand gedrängten Menschen zählen. Regionen dieser Art sind besonders anfällig gegenüber klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen, jedoch sind die Werkzeuge, mit denen derartige Ergebnisse abzuwenden sind, bereits im Entstehen begriffen.

Das von der EU finanzierte Projekt S4S (Science for society solutions (S4S): Bringing translational science for drylands Earth and environmental sciences into the mainstream) untersuchte Möglichkeiten der Förderung der Einflussnahme durch Forschung in den Erd- und Umweltwissenschaften. Das Konzept beinhaltet ein verbessertes Engagement der Interessengruppen.

Die Forschung beinhaltete die Ermittlung und Weiterleitung von Gründen, warum konventionelle Ansätze der Verbreitung von Wissenschaft nur begrenzte Einfluss ausüben.

Demgegenüber untersuchte das Team die Gründe dafür, warum engagementbasierte Programme wirkungsvoll sind. Von daher führten die Forscher eine kritische Betrachtung des Stands der Technik durch. Hierbei offenbarte sich, dass das Engagement der Akteure zu Relevanz, Beteiligung und Entscheidungen führt, während Ansätze ohne Engagement üblicherweise fehlschlagen. Die Betrachtung wurde erweitert, um Konzepte und Instrumente im Zusammenhang mit erfolgreicher Translationswissenschaft zu ermitteln.

Aufgrund dessen hat das Team Experten in partizipativer Forschung und Stakeholder-Engagement ausfindig gemacht, die dabei helfen wollen, der Wissenschaft mehr Relevanz für die Gesellschaft zu verleihen. Man verpflichtete diese Experten zur Einrichtung einer Online-Wiki-Ressource unter der Bezeichnung „Instrumente für partizipative Wissenschaft“ (tools for participatory science). Mit einer Reihe von Workshops, Schulungen und Verbreitungsveranstaltungen unterstützte man die Einrichtung und Entwicklung des Wiki sowie gab man Hilfestellung dabei, ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Praktikern aufzubauen. Das Netzwerk leistete Beiträge zum Wiki und zu einem Bewertungsprozess des Kundennutzenversprechens (Customer Value Proposment Assessment) in Unterstützung einer Unternehmensplanungsübung (Business Planning Exercise).

Die Projektveranstaltungen haben über 300 Teilhabeforschern und nahezu 900 Umweltwissenschaftlern Hilfestellung geleistet. Daher konnte S4S die Sichtbarkeit von Stakeholder-Engagement-Prozessen innerhalb des Gebiets verstärken. Das Team demonstrierte den KMU, auf welche Weise dieselben Methoden für die Beschleunigung von neu gegründeten Unternehmen von fundamentaler Bedeutung sind, während sie gleichzeitig die globale Politikentwicklung der Vereinten Nationen (UN) beeinflussen. Wechselwirkungen dieser Art resultierten in weiteren Inhalten für das Wiki sowie in von Experten begutachteten Veröffentlichungen.

Die erhebliche Nachfrage nach wirkungsvolleren Verbreitungsmethoden führte zur Diskussion über ein Ausgründungsprojekt.

Die Empfehlungen von S4S können die Wissenschaftler dabei unterstützen, sich mit den von der Wüstenbildung betroffenen Menschen in Verbindung zu setzen und die Veränderungen auf diesem Wege wirksamer zu bekämpfen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Trockengebiet, Verbreitung von Wissenschaft, Wüstenbildung, Erde, S4S, Umweltwissenschaften
Datensatznummer: 198636 / Zuletzt geändert am: 2017-05-30
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