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Europäisches Netzwerk zur Parasitenforschung

Infektionskrankheiten, die durch Parasiten verursacht werden, sind bei Menschen und Haustieren weit verbreitet und können, wenn nicht richtig behandelt wird, die Gesundheit des Wirts nachhaltig schädigen. Ein EU-gefördertes Ausbildungsnetzwerk (Initial Training Network, ITN) bildet eine neue Generation von Forschern in der Entwicklung neuer Medikamente gegen Parasitenkrankheiten aus.
Europäisches Netzwerk zur Parasitenforschung
Parasiteninfektionen sind vor allem für die ärmeren Bevölkerungsschichten in tropischen und subtropischen Regionen der Welt ein großes Problem, insbesondere leiden einkommensschwache Länder unter Krankheiten wie Malaria, Trypanosomiasis und Leishmaniose. Derzeitige Behandlungen sind meist mit schweren Nebenwirkungen oder Resistenzrisiken verbunden oder schlichtweg zu teuer.

Das EU-finanzierte Projekt PARAMET (A systematic analysis of parasite metabolism - From metabolism to intervention) etablierte ein Ausbildungsnetzwerk für Forscher und führte hierzu Exzellenzforschung aus akademischen Institutionen und Pharmaindustrie zusammen. Ziel war dabei die Förderung der Wirkstoffforschung gegen parasitäre Erkrankungen.

Die Forschungsarbeit wurde in vier Teilen organisiert, die verschiedene Hauptaspekte des Wirkstoffforschungsprozesses abdeckten. Im ersten Teil wurden Proteingruppen identifiziert, die für Protozoenparasiten spezifisch sind und somit die künftige Arzneimittelentwicklung voranbringen können. Mehrere strukturbasierte Ansätze des rationalen Designs von Medikamenten erwiesen sich dabei als erfolgreich. Ergänzt werden solche Ansätze durch Phänotypen-Screening mit Schwerpunkt auf natürlichen Substanzbibliotheken, um neue chemische Gerüststrukturen gegen Parasiten zu finden.

Weiterhin enthüllten die Forscher Stoffwechselfunktionen bei Parasiten, die sehr anpassungsfähig und variabel auf Umweltveränderungen reagieren. Analysen von Stoffwechselmechanismen und -pfaden können Entscheidungen zur Eignung potenzieller Arzneimittelziele fundieren.

Genauere Kenntnisse zu den Mechanismen, die kontrollieren, wie Parasitengene abgelesen werden, sind wichtig für die Entwicklung parasitenhemmender Medikamente. Hierfür untersuchten die Forscher, wie die Genexpression bei Plasmodium reguliert wird, mit dem Schwerpunkt auf der Kontrolle der Heterochromatinbildung.

Große Datenbanken sind ein optimales Tool für bioinformatische Analysen und mathematische Modelle. Die Forscher verbesserten damit analytische Modelle für die Wirkstoffforschung gegen Parasiten, was die Identifizierung potenzieller Arzneimitteltargets und möglicher Resistenzen vereinfachen wird.

PARAMET bildete 12 Nachwuchsforscher und 2 erfahrene Forscher in wichtigen Bereichen der Wirkstoffforschung aus. Das Zusammenführen von Fachwissen aus führenden Forschungseinrichtungen und Industrie wird die Umsetzung von Forschungsergebnissen in praktische Anwendungen befördern.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Trainingsnetzwerk, Parasitenkrankheiten, PARAMET, Wirkstoffforschung, Phänotypen-Screening
Datensatznummer: 198752 / Zuletzt geändert am: 2017-06-06
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