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Die Entstehung einer modernen Ästhetik  

Ein Forscherteam aus der EU hat sich mit der modernen europäischen Erfahrung in der Zeit zwischen 1630 und ungefähr 1730 befasst und dabei einen einzigartigen Ansatz in Bezug auf die Ästhetik gewählt. 
Die Entstehung einer modernen Ästhetik  
Das EU-finanzierte Projekt INVENTING AESTHETIC (Inventing the aesthetic: A historic-theoretical approach) drehte sich im die Rekonstruktion von intellektuellen Modellen und spirituellen Einstellungen auf der Grundlage der Interpretation theoretischer Texte. Die zweite Hälfte des 17. und das frühe 18. Jahrhundert werden als die Vorgeschichte der modernen Ästhetik bezeichnet. Die Forschung erforschte die Ästhetik als ein radikal modernes Phänomen anstatt im traditionellen Sinn des Begriffs, der sich auf Philosophien des Schönen und Theorien der bildenden Kunst bezieht.

Das Argument ist, dass die aufkommende moderne Ästhetik etwas ist, das erfunden, entwickelt und in einer philosophischen Disziplin manifestiert werden musste. Dies geschah während der Anfänge der Moderne in Europa. Die Erfindung war multinational und multidisziplinär und stand im Zusammenhang mit Theologie, Moralphilosophie, Naturwissenschaften, Rhetorik, Erkenntnistheorie (Psychologie), philosophischer Anthropologie und Konversationsliteratur. Ziel war es, die Harmonie zwischen dem Menschen und dem Göttlichen und zwischen dem Individuum und der Gesellschaft zurückzugewinnen.

Eine der Hauptfragen der Forschung war, wie der Begriff des Gustus spiritualis (spiritueller Geschmack) in dieser Zeit interpretiert und angewendet wurde. Einige theologische Konzepte wurden in Europa durch einen weiten säkularisierenden Prozess in Ästhetik umgewandelt. Dies führte zu einer Rekonstruktion neuer Einstellungen zur sinnlichen Transzendenz.

Darüber hinaus wurden Essays von Joseph Addison untersucht, um die theoretischen Potenziale der entstehenden Ästhetik zu verbinden. Dies bietet neue Gesichtspunkte, die helfen, den Zusammenhang zwischen der neuen Ästhetik und dem traditionellen Poetischen oder Rhetorischen zu klären.

Schließlich betrachtete INVENTING AESTHETIC auch das Werk von F. Hutcheson, das sich vom Mainstream in der akademischen Welt unterscheidet, als theoretische Alternative.

Die Ergebnisse der Forschung wurden auf sechs Konferenzen und Workshop-Gesprächen sowie in drei Artikeln in akademischen Peer-Review-Zeitschriften verbreitet. Sie werden besonders für akademische Studien auf dem Gebiet der Ästhetik nützlich sein.

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Schlüsselwörter

Moderne Ästhetik, INVENTING AESTHETIC, Modernität, Europa, Gustus Spiritualis 
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