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Spitzentechnologie und Methoden zur Untersuchung der Akustik prähistorischer Kunststandorte

Eine EU-Initiative erforschte die Bedeutung der Akustik in der Produktion, dem Standort und der aktiven Nutzung von prähistorischen Felskunststandorten und -landschaften.
Spitzentechnologie und Methoden zur Untersuchung der Akustik prähistorischer Kunststandorte
Mit Felskunst werden menschliche Markierungen auf Natursteinflächen bezeichnet. Es wird zunehmend anerkannt, dass das Studium des klanglichen Charakters der archäologischen Werke das Verständnis von vergangenen Zivilisationen vertiefen kann. Allerdings befindet sich die Untersuchung der Archäoakustik von Felsmalerei in Europa noch im Anfangsstadium. Die Erforschung der verschiedenen Komponenten, nämlich Akustik, Klanglandschaft, Musikwissenschaft und Archäologie, kann dieses einzigartige interdisziplinäre Feld erhellen.

Mithilfe einer EU-Finanzierung untersuchte das Projekt SONART (Sounds of rock art. Archaeoacoustics and post-palaeolithic schematic art in the Western Mediterranean) die Akustik von Landschaften und Standorte mit schematischer Felskunst im westlichen Mittelmeerraum.

Die Projektpartner führten akustische Messungen in 10 Felsenkunstgebieten in Spanien, Frankreich und Italien durch. Dies diente der Untersuchung der sensorischen Erfahrungen, wie sie die Schöpfer prähistorischer Felskunst während der Jungstein- und Frühbronzezeit suchten.

Die Forscher entwickelten eine Technik, um die Klangfülle von Standorten mithilfe hochportabler, kostengünstiger Geräte zu messen, die den akustischen Standardanforderungen entsprechen. Die entwickelte Ausrüstung ermöglicht es den Anwendern, schnell verschiedene akustische Parameter in abgelegenen Gebieten zu gewinnen, zum Beispiel Ankunftsrichtung und Hörbarkeit von Schallreflexionen, Nachhall, Resonanz, scheinbare Schallquellenbreite, akustische Umhüllung, Übertragungsverlust und Dämpfung. Diese neue Methode ermöglicht es ihnen zu beurteilen, ob die Akustik der Orte, vor allem Echos und Nachhall, eine Rolle bei der Auswahl von zu dekorierenden Plätzen spielte.

Das SONART-Team untersuchte außerdem, welche Art von Schallquelle bessere akustische Effekte in der Felskunstlandschaft hervorbringt und ob spezifische Felskunstmotive mit akustischen Affekten verbunden sind. Es verglich die Ergebnisse jeder Region, um auf Gemeinsamkeiten in den kulturellen Konventionen von Schöpfern der Felskunst über sensorische Erfahrungen zu schließen.

SONART konnte Objektivität, Präzision und Genauigkeit bei der Durchführung akustischer Messungen von Felskunstlandschaften sicherstellen. Es lieferte genügend Beweise für die Verwendung von Klang und Musik in Felskunstlandschaften, während das Wissen über die sensorischen Erfahrungen von prähistorischen Gemeinden erweitert wurde.

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Schlüsselwörter

Akustik, prähistorisch, Felskunst, Archäoakustik, SONART, postpaläolithische schematische Kunst 
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