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Einblicke in den Mechanismus der Neovaskularisation 

Das Verständnis der Grundlage der Bildung neuer Gefäße in der Netzhaut ist von grundlegender Bedeutung für die Behandlung verschiedener Erkrankungen. Um die Determinanten der Neovaskularisation zu identifizieren, entwickelten europäische Forscher neuartige Mausmodelle ohne spezifische Moleküle.  
Einblicke in den Mechanismus der Neovaskularisation 
Die retinale Neovaskularisation ist ein Merkmal bei verschiedenen Erkrankungen wie etwa Diabetes und altersbedingte Makuladegeneration (AMD).  Sie tritt auch in einigen Fällen bei Frühgeborenen auf, die mit hohen Dosen von Sauerstoff behandelt wurden, um die Lungenentwicklung zu unterstützen.

Die Bildung neuer empfindlicher Blutgefäße beginnt mit einer erhöhten Freisetzung von proangiogenen Zytokinen, einschließlich des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF). Im Gegenzug wird die VEGF-Expression in verschiedenen Zelltypen im Körper durch hypoxieinduzierbare Faktoren (HIF) reguliert. Neovaskuläre AMD kann durch VEGF-Inhibitoren gelindert werden, aber die mangelnde Effizienz der Behandlung deutet auf die Beteiligung zusätzlicher Mechanismen hin.

Die Forscher des EU-finanzierten Projekts AMD_CNV_HIF (Investigating the role of HIFs in myeloid cells during experimental choroidal neovascularisation) untersuchten die Rolle von HIF bei der Neovaskularisation. In diesem Zusammenhang erzeugten sie transgene Mäuse ohne HIF-Moleküle (Hif1α, Hif2α und von Hippel-Lindau-Tumorsuppressor (Vhl)), speziell in myeloiden Zellen, die wichtigsten an der Neovaskularisation beteiligten Immunzellen.

Zur Rekapitulation der Ereignisse, die bei Frühgeborenen nach der Behandlung mit Sauerstoff stattfinden, wurden transgene Mäuse einer sauerstoffinduzierten Retinopathie (OIR) unterzogen. Die Wissenschaftler gaben sie fünf Tage lang in eine Hochsauerstoffkammer, bevor sie sie in die normale Luft zurückholten und ihre Retinas untersuchten. Ihre Beobachtungen zeigten, dass Hif1α und Hif2α in myeloiden Zellen für die Neovaskularisation nicht von Bedeutung waren. Vielmehr trug eine erhöhte HIF-Aktivität in myeloiden Zellen dazu bei, dass die Blutgefäße schneller wachsen, aber in einer kontrollierteren Weise.

Insgesamt liefern die Ergebnisse der AMD_CNV_HIF-Studie einen wichtigen Einblick in den Mechanismus der Neovaskularisation. Angesichts der Tatsache, dass die Neovaskularisation die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut beschädigen kann, könnten die gewonnenen Informationen dazu beitragen, neuartige Therapien gegen einen Verlust des Sehvermögens zu entwickeln.

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Schlüsselwörter

Retinale Neovaskularisation, VEGF, HIF, AMD_CNV_HIF, Von Hippel-Lindau-Tumorsuppressor
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