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Diskurs zum frühen modernen Handel

Eine Studie untersuchte eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten zur frühmodernen kommerziellen und kolonialen Expansion. Die untersuchten Interaktionen zwischen Händlern verschiedener Glaubensrichtungen deuten auf eine vielfältigere, flexiblere und pragmatische Welt des Handels hin. 
Diskurs zum frühen modernen Handel
Richard Hakluyt war ein englischer Schriftsteller, der für die Förderung der Kolonisation durch seine Werke bekannt war. Das von der EU finanzierte Projekt RHAK (Networks of trade and religion in Richard Hakluyt's ‘Principal Navigations’) untersuchte die Beziehung zwischen Handel und Religion in dessen Werken. Ziel war es, eingehendere Erkenntnisse zur religiösen Identität zu schaffen, um Hakluyts Arbeit und seine Quellen besser zu verstehen. Der interdisziplinäre Ansatz beleuchtete Aspekte des frühen modernen Handels, der Religion, der Kultur und der Literatur und kombinierte Methoden der Textanalyse mit Prosopographie und sozialer Netzwerktheorie.

Bislang hat sich die Forschung überwiegend mit Hakluyts Arbeiten in Bezug auf die amerikanischen Kontinente befasst, obwohl sie nur ein Drittel von "Principal Navigations" ausmachen. Der Großteil des Textes widmet sich Handelsunternehmungen. Daher wollte die Studie Hakluyts Vision aufzeigen, indem sie Handelsmissionen nach Russland, Persien und der Levante beleuchtete. Sie untersuchte nicht nur, wie Protestanten mit Muslimen und orthodoxen Christen gehandelt haben, sondern auch, wie englische Katholiken neben englischen Protestanten lebten und arbeiteten.

Dafür war es notwendig, die Handelskultur und die sozialen Netzwerke dieser Langstreckenhändler zu rekonstruieren. Diese Arbeit umfasste Archivforschungen in den Londoner Metropolitan Archives, der London Guildhall Library, der British Library, den UK National Archives, der Clothworkers' Company und der Goldsmiths' Hall. Das Team befasste sich mit verschiedenen Dokumenten, darunter Hafenberichte, Handels- und Speditionskonten, Testamente, staatliche Papiere, Handelskorrespondenz, Kirchendokumenten und das reichhaltige städtische Archiv von London. Eine Datenbank wurde erstellt, um die im Projekt gesammelten prosopographischen Daten zu speichern.

Die Ergebnisse der Analyse des Materials deuten darauf hin, dass "Principal Navigations" nicht nur einen Strang des Protestantismus darstellt. Die Handelsnetzwerke des 16. Jahrhunderts waren religiös gemischt und hatten viel gemeinsam.

Die Erkenntnisse sollen in einem Buch veröffentlicht werden. Die Forschung wurde auch auf Konferenzen und in Seminararbeiten an den Universitäten von Cambridge, Bangor, Plymouth, Limerick, der National University of Ireland, Galway und dem Institut für Historische Forschung verbreitet. Die Informationen werden für die breite Öffentlichkeit sowie die akademische Gemeinschaft auf der ganzen Welt nützlich sein. Darüber hinaus wird sie zur europäischen Wissensgesellschaft beitragen.

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Schlüsselwörter

Handel, Kolonialexpansion, Hakluyt, RHAK, Religion, Prosopographie, soziale Netzwerktheorie  
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