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Soziale Nachhaltigkeit in kompakten Stadtvierteln 

EU-finanzierte Forscher haben untersucht, auf welche Weise eine kompakte Stadtgestaltung die soziale Nachhaltigkeit von angrenzenden Nachbarschaftsvierteln in Städten fördern kann, die vor soziokulturellen Herausforderungen stehen. Die Ergebnisse werden dazu beitragen, die Politik im Zusammenhang mit der Gestaltung von Nachbarschaftsräumen weiterzuentwickeln.
Soziale Nachhaltigkeit in kompakten Stadtvierteln 
Das Projekt COMPACTABILITY (Contribution of compact neighbourhoods to social sustainability) untersuchte die soziale Nachhaltigkeit kompakter Stadtviertel in vier als Fallstudien dienenden Stadteilen in Deutschland und im Vereinigten Königreich. Die Hauptforschungsfragen betrafen: Schlüsselqualitäten von kompakten Stadtvierteln und soziale Nachhaltigkeit, Messung der Indikatoren sowie deren Vernetzung.

Die Forscher sammelten Daten über zwei Viertel in Berlin (Klausenerplatz und Samariterkiez) und zwei in London (Kilburn und Bethnal Green). Die drei Hauptthemen waren Stadtgestaltung, soziale Aktivität und soziale Nachhaltigkeit.

Die Analyse der Stadtformen lieferte detailliertes Wissen über grundlegende Eigenschaften von Nachbarschaften. Eine Bestandsaufnahme der sozialen Aktivitäten bot Einblicke in Raumgestaltung, Geschlechter- und Altersmuster von sozialen Aktivitäten in öffentlichen Räumen. Im Zusammenhang mit dem dritten Thema offenbarten verschiedene Analysen Sichtweisen und Bewertungen der Bewohner in Bezug auf verschiedene Qualitäten der sozialen Nachhaltigkeit.

Alle vier Fälle weisen erhebliche Unterschiede in Hinsicht auf die städtischen Gestaltung auf. Zum Beispiel liegen in den deutschen Fallbeispielen höhere Bevölkerungsdichten vor und sie weisen mehr gemischte Landnutzung als in den Fällen im Vereinigten Königreich auf.

Bewegung war in allen Fällen die am stärksten dominierende Aktivität. Hinsichtlich der Gesamtzahl von Aktivitäten im Nachbarschaftsraum wurden keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede festgestellt, aber COMPACTABILITY stieß auf erhebliche Altersunterschiede: ältere Menschen und Jugendliche nutzen im Vergleich zu Erwachsenen den Nachbarschaftsraum am wenigsten.

Im Verhältnis zu den sieben Indikatoren, die zur Messung der sozialen Nachhaltigkeit angewandt wurden, waren grundlegende städtische Einrichtungen in allen in der Fallstudie untersuchten Vierteln sehr gut zugänglich. Am meisten wurden Besorgungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt, wobei Sicherheit und Wohnqualität an zweiter und dritter Stelle standen.

Indikatoren und damit zusammenhängende Maße wurden auf einer Skala von 0 bis 200 bewertet, was für jede Nachbarschaft einen „sozialen Nachhaltigkeitswert“ lieferte. Mit einem sozialen Nachhaltigkeitswert von 128,40 erwies sich der Klausenerplatz als die sozial nachhaltigste Nachbarschaft, gefolgt von Kilburn (122,02), Samariterkiez (121,53) und Bethnal Green (119,84).

Die Ergebnisse von COMPACTABILITY geben Aufschluss über die verschiedene Aspekte des Lebens in den Stadtvierteln. Die Forschungsanstrengungen mündeten in praktischen Empfehlungen zur Förderung der sozialen Nachhaltigkeit in Stadtvierteln.

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Schlüsselwörter

Stadtform, Stadtgestaltung, städtische Form, soziale Aktivität, soziale Nachhaltigkeit, kompakte Stadtviertel, COMPACTABILITY 
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