Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Entpolitisierte Debatte um "Menschenhandel", Zwangsarbeit und ausbeuterische Praktiken

Für die Politik der meisten Länder ist Menschenhandel ein Migrationsproblem, wobei politische und ökonomische Strukturen, die Ausbeutung und Zwangsmobilität verursachen und fördern, vernachlässigt werden. Diese Studie zeigt auf, dass politische Entscheidungsträger immer wieder auf simplifizierte Stereotypen zurückfallen, statt die komplexe Realität zu erkennen.
Entpolitisierte Debatte um "Menschenhandel", Zwangsarbeit und ausbeuterische Praktiken
Menschenhandel ist ein großes gesellschaftliches Problem. Das EU-finanzierte Projekt AP-AT (The anti-politics of anti-trafficking: A comparative study of anti-trafficking policy and practice in Benin and Italy) untersuchte Maßnahmen zur Bekämpfung von Menschenhandel in Afrika und Europa und verglich hierzu Benin und Italien. Die Studie, die weltweit Maßstäbe setzen wird, stellte Ähnlichkeiten fest, vor allem bei der kontinuierlichen Entpolitisierung der zu lösenden Probleme, sodass letztlich die strukturellen Bedingungen für eine Situation wiederhergestellt werden, die eigentlich beseitigt werden soll.

Das Projekt führte hierzu politische und ökonomische Daten mit Studien aus Ländern zusammen, aus denen Migranten kommen und die Migranten aufnehmen. Diese Daten wurden dann in Diskussionen mit Entscheidungsträgern und Politikern präsentiert. Vor allem sollte so ein detaillierteres Bild über schwere Ausbeutung und Zwangsmobilität entstehen und darüber, wie die EU und Afrika damit umgehen.

Nach vielen Monaten Forschung, Feldstudien und Interviews bestätigte AP-AT die Anfangsthese, dass die Bekämpfung von Menschenhandel zu sehr entpolitisiert ist und kaum Informationen zu den komplexen Bedingungen vor Ort gibt. Dies wird durch Fehlannahmen, Abhängigkeit von Sponsoren und mangelhafte Ehrlichkeit seitens großer politischer Institutionen verschärft.

Über diese wichtigen Ergebnisse wurden politische Entscheidungsträger wie auch Öffentlichkeit und internationale Organisationen auf europäischer und globaler Ebene informiert, was den Erfolg der Projektinitiativen verdeutlicht. Die Erkenntnisse beeinflussten Inhalte des Übereinkommens über Zwangsarbeit (Forced Labour Protocols) und liefern Informationen für die Zivilgesellschaft auf europäischer Ebene, vor allem durch die Mitgründung der Webseite "Beyond Trafficking and Slavery", der weltweit größten kritischen Plattform zu Ausbeutung und Vorherrschaft. Insgesamt sind die Ergebnisse für Forschung, Politik und Zivilgesellschaft gleichermaßen relevant.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Menschenhandel, Migration, AP-AT, Bekämpfung von Menschenhandel, Ausbeutung, Zwangsarbeit
Datensatznummer: 198925 / Zuletzt geändert am: 2017-06-19
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben