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Simulationsmodellierung für eine bessere Risikovorhersage und mehr Resilienz im Management von Waldökosystemen 

Der Klimawandel und die Intensivierung und Schwere von Überschwemmungen, Bränden, Krankheiten und anderen Ereignissen in den letzten Jahrzehnten haben negative Auswirkungen auf die Waldökosysteme. Eine EU-Initiative stellte einen Simulationsrahmen für die Bewältigung solcher Waldstörungen vor.
Simulationsmodellierung für eine bessere Risikovorhersage und mehr Resilienz im Management von Waldökosystemen 
Unsere Kenntnisse über Störungsbedingungen, die über einen längeren Zeitraum ausgeprägte Veränderungen der Waldökosysteme verursachen, sind begrenzt. Dieser Mangel an Wissen macht sich bemerkbar bei bestehenden Anpassungsstrategien und Waldmodellen, die die Auswirkungen des Klimawandels simulieren.

Die EU-finanzierte Projekt SAGE (Simulating adaptation of forest management to changing climate and disturbance regimes) passte eine nachhaltige Waldbewirtschaftung an veränderte Klima- und Störungsbedingungen an.

Die Projektpartner untersuchten Störungsbedingungen und Managementreaktionen auf der Grundlage empirischer Daten. Sie implementierten solche Interaktionen in einem neuartigen Waldlandschaftssimulator, der Szenarioanalysen unter erwarteten zukünftigen Klimabedingungen ermöglicht.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Waldstörungen in Europa durch Wind, Borkenkäfer und Brände im Zeitraum zwischen 1970 und 2010 verdreifacht haben. Projektionen aus unterschiedlichen Managementstrategien und Klimaszenarien deuten auf eine weitere Zunahme bis 2030 sowie auf erhebliche negative Auswirkungen auf die Waldkohlenstofflagerung hin.

Auf lokaler Ebene stellte das SAGE-Team fest, dass die jüngsten beispiellosen Käferbefälle in Mitteleuropa zumeist von regionalen Faktoren angetrieben wurden und zeitlich mit Sommerdürren einhergingen. Darüber hinaus haben Störungsinteraktionen erheblich zu jüngsten umfangreichen Störungsereignissen in Mitteleuropa beigetragen und die Aufmerksamkeit auf die zukünftige Klimasensitivität des Störungsregimes der Region gelenkt.

Veränderungen in Störungsregimes wirken sich weitgehend negativ auf die Ökosystemleistungen aus. Sie reduzieren Bereitstellung, Regulierung sowie kulturelle und unterstützende Dienstleistungen für den Menschen durch Waldökosysteme. Eine Befragung ergab, dass Waldmanager besonders empfindlich solchen Veränderungen gegenüber sind, wobei die meisten ihre Strategien anpassen, um auf sie zu reagieren.

Umgekehrt steigern Störungen die Artenvielfalt in den Wäldern. Die Biodiversität in Mitteleuropa wird in der Regel von solchen Veränderungen profitieren. Als solche identifizierten die Forscher eine erhöhte strukturelle und kompositorische Vielfalt als einen wichtigen Mechanismus für die Widerstandsfähigkeit von Waldökosystemen.

SAGE lieferte Erkenntnisse zu den Ursachen und Konsequenzen von sich ändernden Störungsregimen und erweiterte unsere Fähigkeit, Störungsinteraktionen und Managementreaktionen zu simulieren. Dies wird dazu beitragen, lokale, ortsbasierte Anpassungsstrategien für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung unter wechselnden Klima- und Störungsregimen zu entwickeln.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

Waldökosystem, Störungsbedingungen, Anpassungsstrategien, SAGE, Waldbewirtschaftung 
Datensatznummer: 198933 / Zuletzt geändert am: 2017-06-19
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