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Ansätze zum vernetzten Krisenmanagement

Vernetzte IT-gestützte Ansätze können dazu beitragen, Management und Bewältigung von Krisen zu verbessern, indem sie weltweit Koordination und Kooperation zwischen den von Krisen betroffenen Menschen, Ersthelfern und Freiwilligen erleichtern.
Ansätze zum vernetzten Krisenmanagement
Die EU hat das Krisenmanagement zu einer ihrer zentralen Sicherheitsprioritäten erklärt, und so nahm sich das von der EU finanzierte Projekt NITIMESR (A networked and IT-enabled firm’s perspective on crisis management) dieses Themas an. Das Forscher aus mehr als zehn europäischen und außereuropäischen Ländern vereinende Projekt arbeitete an der Formulierung von Empfehlungen für Interessengruppen einschließlich der relevanten politischen Entscheidungsträger, Krisenmanager und Akademiker, um das Krisenmanagement zu verbessern.

Ein Hauptprojektergebnis ist das „Handbook on Networks in Innovation and Crisis management: Theory and Practice in a Dynamic and Disruptive Environment“ (Handbuch über Netzwerke im Innovations- und Krisenmanagement: Theorie und Praxis in einer dynamischen und destabilisierten Umgebung). Das online verfügbare Handbuch präsentiert die Forschung dazu, wie sich etwa Netzwerke aus Unternehmen bildeten, NGOs und weitere Akteure erscheinen und sich nach einer Krise weiterentwickeln und wie sie Anstrengungen um die Bewältigung einer Krise koordinieren. Ein weiteres nenneswertes Projektresultat ist eine Sammlung von 12 E-Learning-Modulen in Form kurzer Videos, die an ein breiteres Publikum weitergegeben werden können und somit den Wissenstransfer vereinfachen.

Der Verbreitungsprozess beinhaltete außerdem ein Weiterbildungs- und Schulungsmodell zum Thema Krisenmanagement sowie Workshops und Kurse vor Ort an Partnerhochschulen. Die Zusammenarbeit innerhalb eines globalen Netzwerks aus akademischen Institutionen wurde aufgebaut, um die Bildung auf diesem Gebiet zu verbessern.

Ein zentrales Untersuchungsthema umfasste Innovationen im Krisenmanagement wie etwa die Einflussnahme von Inkubatoren auf die Förderung neuer unternehmerischer Vorhaben auf dem Gebiet und den Weg zur verbesserten Produktentwicklung. Ein weiteres Forschungsthema betrachtete die Entwicklung einer auf den Menschen ausgerichteten Herangehensweise, um eine bessere Katastrophenbewältigung aufzubauen, und dabei die erforderlichen Systeme zu erschaffen und zu verstehen, auf welche Weise Nichtregierungsorganisationen die Katastrophenhilfe umsetzen.

Das Projektteam hob außerdem hervor, wie Innovationen in Zusammenarbeit, Governance und IT Hilfestellung bei der Krisenbewältigung geben könnten. Dabei berührte man Themen wie beispielsweise virtuelle und technische Freiwilligengemeinschaften, kollaboratives Mapping, menschenorientiertes Systemdesign für Katastrophenvorsorge und -bewältigung, interorganisatorische Zusammenarbeit bei den Rettungsdiensten und Nutzung sozialer Medien durch die Polizei.

Zu guter Letzt modellierte NITIMESR verschiedene Ansätze, um Verständnis für kritische Themen im Krisenmanagement zu entwickeln und dementsprechend zu reagieren. Man untersuchte netzwerkgeregelte Strukturen bei Krisenreaktionsoperationen, Nutzung von rechnergestützten Netzwerken und komplexen Informationssystemen, Interdependenz in der Cybersicherheit und Sicherheitsbedrohungsanalyse durch maschinelles Lernen, um Gefahren aufzuklären. Diese Forschungsresultate stellen einen Beitrag zur Stärkung des europäischen Krisenmanagements und der Maßnahmen zur Bewältigung dar.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Life Sciences

Schlüsselwörter

vernetztes Krisenmanagement, NITIMESR, Katastrophenschutz, Katastrophenbewältigung, Kriseninformationsmanagement, Cybersicherheit, Internetsicherheit
Datensatznummer: 198944 / Zuletzt geändert am: 2017-06-19
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