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Vor- und Nachteile der "Bewertung" von Natur

Menschen weisen der Natur einen monetären Wert zu, um ihre Vorteile im ökonomischen Kontext zu begreifen. EU-Forscher untersuchten nun, wie die ökonomische Bewertung von Natur im Vereinigten Königreich umgesetzt wurde und wie effektiv dies war.
Vor- und Nachteile der "Bewertung" von Natur
In Europa und weltweit arbeitet man darauf hin, dem Erhalt der biologischen Vielfalt einen ökonomischen Wert beizumessen, was die Art und Weise verändern soll, wie Natur von der Gesellschaft wahrgenommen wird.

Zwei Konzepte, mit denen Natur ein ökonomischer Wert zugeordnet werden kann, sind Biodiversitätsausgleich und Ökosystemleistungen.

Beim Biodiversitätsausgleich wird ein Verlust oder die Bedrohung der biologischen Vielfalt an einem Ort – durch Baumaßnahmen etwa – an anderer Stelle kompensiert. Die Befürworter konstatieren, dass dieser Ansatz Bautätigkeit erlaubt und gleichzeitig ein Nettoverlust der Biodiversität verhindert wird.

Das Konzept der Ökosystemleistungen bietet einen Rahmen, der den Vorteilen für den Menschen (Wasser, Bestäubung und Erholungswert) einen Geldwert beimisst.

EU-finanzierte Forscher der CESINE-Initiative (Conservation and ecosystem services in the new biodiversity economy) untersuchten daher, wie sich mit diesem Ansatz eine Bewertung von Natur erreichen lässt. Hierfür bezog man die Bio- und Sozialwissenschaften ein sowie das interdisziplinäre Feld der politischen Ökologie.

Um Daten zu erheben, führten die Forscher 63 Interviews mit verschiedenen Stakeholdern sowie semi-strukturierte und detaillierte Interviews durch. Zudem fanden Feldstudien an sieben Standorten in ganz England statt, wo Fragen zu Ökosystemleistungen und Biodiversitätsausgleich für den lokalen Umweltschutz relevant sind.

Auf Grundlage dieser Studien wurde Biodiversitätsausgleich als radikalste politische Innovation marktbasierter Erhaltung identifiziert. So wurde analysiert, wie und warum der Biodiversitätsausgleich im Vereinigten Königreich durchgeführt wurde und ob er im länderspezifischen Kontext funktionierte.

Weiterhin fand man heraus, dass sowohl der Biodiversitätsausgleich wie auch die Ökosystemdienstleistungen das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Natur verändern.

Die CESINE-Initiative reflektierte eingehend den Wandel im Umgang mit Biodiversität und deren Erhalt nach der Finanzkrise von 2008. Die Ergebnisse sind für Politiker, Wissenschaftler und Aktivisten interessant, die Umweltpolitiken umstrukturieren und hierfür den ökonomischen Wert von Natur genauer ermessen wollen.

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Schlüsselwörter

Erhalt der biologischen Vielfalt, biologische Kompensation, Ökosystemdienstleistungen, CESINE, Politik, marktbasierte Erhaltung
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