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Fachkundige Praktiken und Strategien zur Unterstützung des Kampfes gegen Gentrifizierung in südeuropäischen Städten

Durch die Schuldenkrise und anschließende Sparmaßnahmen in südeuropäischen Städten (southern European cities, SEC) verschärfen sich die Auswirkungen der Gentrifizierung. Eine EU-Initiative hat die Zusammenhänge zwischen Gentrifizierung und Politik sowie Formen des Widerstands und alternative Lösungen erkundet.
Fachkundige Praktiken und Strategien zur Unterstützung des Kampfes gegen Gentrifizierung in südeuropäischen Städten
In den südeuropäischen Städten formiert sich praktischer Widerstand gegen Gentrifizierung. Jedoch sind diese Bemühungen eher zersplittert und es mangelt an einem systematischem Verständnis ihres Potenzials und ihrer Ressourcen, urbanen Benachteiligungen entgegenzuwirken.

Um diese Lücke zu schließen, untersuchte und verglich das von der EU finanzierte Projekt AGAPE (Exploring anti-gentrification practices and policies in southern European cities) zunehmend gegen Gentrifizierung ausgerichtete Praktiken in Athen, Madrid und Rom.

Die Projektpartner überprüften die Relevanz der Theorie des Widerstands gegen Gentrifizierung für das Verständnis des Aufkommens von Praktiken gegen Enteignungen, Spekulation und Privatisierung in den südeuropäischen Städten während der Zeit nach der Wirtschaftskrise von 2008. Sie erforschten und kontextualisierten verschiedene Typen von Umsiedlungen im Rahmen der politischen und institutionellen rechtlichen Landschaft und der Wohnungssysteme südeuropäischer Städte. Zudem untersuchte das AGAPE-Team die gegen Gentrifizierung ausgerichteten Praktiken, um den Wissensstand über die Verhinderung der Verdrängung zu verbessern.

Die Erkenntnisse flossen in einen Anti-Gentrifizierungs-Baukasten ein, der sich an politische Entscheidungsträger und Aktivisten richtete. Er wurde auf einem Abschlussworkshop vorgestellt, der ein breites Spektrum von Interessengruppen anlockte, darunter auch von Räumungen betroffene Menschen und Räumungen entgegenwirkende Plattformen, politische Entscheidungsträger aus dem Wohnungsbereich sowie Forscher, Planer, Mieterverbände, Aktivisten und Nachbarschaftsorganisationen. Sie diskutierten das Potenzial und die Grenzen von Diskursen und Praktiken gegen Gentrifizierung, die Verdrängungsvorhaben entgegentreten, wie sie für südeuropäische Städte charakteristisch sind, die unter Sparmaßnahmen zu leiden haben.

Die Ergebnisse von AGAPE werden dazu, wie Städte das Problem der urbanen Verdrängung ausgestalten, sowie zur Befähigung der Institutionen beitragen, dieses zu lösen. Die südeuropäischen Städte werden sich in einer besseren Position befinden, um die Maßnahmen zur Verhütung und Abschwächung der Verdrängung angesichts wachsender Sorgen über Enteignungen und deren Auswirkungen und sozioökonomische Kosten erfolgreich umzusetzen.

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Schlüsselwörter

Gentrifizierung, südeuropäische Städte, AGAPE, Enteignung, Räumung, Verdrängung, Umsiedlung, Wohnraum, Wohnung
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