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Detaillierte Studien zu den Ursprüngen der Metallurgie in Westeuropa und ihrem Effekt auf die Gesellschaft

Eine EU-Initiative untersuchte im Detail, wie sich die Metallurgie in Westeuropa etablierte und welche metallurgischen Techniken genutzt wurden. Weiterhin war die Frage, inwieweit diese Prozesse das soziale Gefüge beeinflussten.
Detaillierte Studien zu den Ursprüngen der Metallurgie in Westeuropa und ihrem Effekt auf die Gesellschaft
Das EU-finanzierte Projekt SMITH (Society, metallurgy and innovation: The Iberian hypothesis) erforschte spezifische technologische Bedingungen und Prozesse bei der Metallproduktion auf der Iberischen Halbinsel, um eine Vergleichsgrundlage zu Europa und dem Nahen Osten zu schaffen. Auch die sozialen und ideologischen Effekte der Metallurgie auf die prähistorische Gesellschaft waren Forschungsthema.

Die Projektpartner analysierten eine breite Palette archäologischer Materialien von größeren Standorten in Westeuropa. Mit mehreren Methoden wurden mögliche Einflüsse und der gesellschaftliche Wert von Metallen beurteilt.

Speziell analysierte SMITH Proben von Erz, Schlacke, Tiegeln, Blasdüsen und anderen Metallgegenständen, wobei verschiedene Arten der Zusammensetzung an den metallurgischen Standorten gefunden wurden. Hauptsächlich unterschieden sich dabei die Arsen-, Zink- und Bleiwerte sowie Kobalt- und Nickelbeimischungen. Zehn Erzproben wurden weiter untersucht, um die Minerale zu identifizieren.

Anschließend wurde eine geochemische Studie in fünf Bergbaugebieten geplant. Insgesamt führten die Forscher 150 erste Analysen an geologischen Proben durch. Davon wurden 29 geologische und 47 archäologische Proben für weitere Analysen, u.a. von Spurenelementen ausgewählt. In geologischen Erhebungen wurden Informationen zur regionalen Nutzung von Ressourcen und Handelsnetzen ermittelt. SMITH führte weitere Probenahmen und Datierungen für 45 Proben und 6 nicht-metallurgische Töpferproben durch, um den Schmelzprozess genauer zu definieren.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen dem Südosten und dem Nordosten der Iberischen Halbinsel, was mit dem unterschiedlichen gesellschaftlichen Stellenwert der Metallurgie zusammenhängen könnte. Im Südosten entwickelte sich die Metallurgie zusammen mit anderen Aktivitäten im häuslichen Kontext. Technische Keramiken unterschieden sich nicht von Haushaltskeramiken, wie kleine Metallgegenstände zeigten, die aus Produktionsstätten stammten. Im Nordosten wurden metallurgische Techniken in Steinhütten durchgeführt. Auf einigen Tiegeloberflächen wurden Becherdekorationen gefunden.

SMITH führte Studien zur Metallurgie zusammen, um zuverlässige Daten und Interpretationen zu den Ursprüngen der Metallurgie und gesellschaftlichen Effekten zu sammeln und den Wissenstransfer zu fördern.

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Schlüsselwörter

Metallurgie, SMITH, Iberische Halbinsel, prähistorische Gesellschaften
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