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Inselmythos gibt Aufschluss über verbindende gemeinsame Glaubensvorstellungen in Europa

Eine Vielzahl von Ähnlichkeiten zwischen antiken Mythen und Volksmärchen über geheime paradiesische Inseln hat zu einem weit verbreiteten religiösen Erbe beigetragen, das viele Europäer gemeinsam haben.
Inselmythos gibt Aufschluss über verbindende gemeinsame Glaubensvorstellungen in Europa
In den Mythologien zahlreicher mittelalterlicher und antiker Kulturen in Europa wird von geheimnisvollen paradiesischen Inseln berichtet, auf denen unsterbliche Geschöpfe regieren und auf denen es oftmals vor schönen Frauen wimmelt. Die Insel Avalon in der Artussage, Glæsisvellir in Skandinavien und die „Glücklichen Inseln“ in der griechisch-römischen Literatur sind drei wichtige Beispiele hierfür, die ebenfalls in keltischen Sagen Erwähnung finden.

Vor diesem Hintergrund wurden im Rahmen des EU-finanzierten Projekts IITW (Islands in the west) Ähnlichkeiten zwischen diesen Mythen untersucht, um zu prüfen, ob es eine religiöse Verbindung gibt, die jeweils Einfluss auf alle Mythen gehabt hat. Im Zuge des Projekts wurde daran gearbeitet, das religiöse Bindeglied zu bestätigen oder zu widerlegen und es sollten die Mechanismen des religiösen Kontakts in Europa in der Antike und ebenso während des Mittelalters beleuchtet werden.

Zum Erreichen der Ziele untersuchte das Projektteam detailliert das Konzept der Unsterblichen-Insel in nordischen, irischen, artusschen, keltischen, etruskischen, römischen und griechischen Sagenerzählungen und Literaturbeiträgen. Es wurde untersucht, wie „jenseitige Welten“, hinter dem Meer, in unterschiedlichen Quellen, einschließlich Bestattungsbräuchen von Wikingern, altfranzösischer Poesie und klassischer ethnographischer Literatur, beschrieben werden.

Die tiefer gehende Forschung offenbarte letztlich starke Beweise für die langfristige Existenz paradiesähnlicher jenseitiger Inseln in der europäischen Religionsgeschichte. Es wurde festgestellt, wie griechisch-römische geographische Mythen über Unsterblichen-Inseln in die irische Literatur des Mittelalters und in die altnordische/isländische Kosmologie Einzug Einzug erhielten. Im Zuge von IITW wurden zudem vier spezifische interkulturelle Bindeglieder im Hinblick auf die westlichen Inseln identifiziert: Kultureller Einfluss, Entlehnungen, Adaptionen und Zitierungen.

Die Projektergebnisse wurde in zwei Monographien, jeweils in deutscher und englischer Sprache, veröffentlicht. Die Resultate heben die Offenheit der germanischen/nordischen Kultur hervor und sind dabei behilflich, etwaige rassistische oder fremdenfeindliche Konnotationen zu beseitigen, die zu unbegründeten Stigmatisierungen geführt haben. Dies ist ein weiteres Paradebeispiel für das gemeinsame europäische Erbe.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Mythen, paradiesische Inseln, Mittelalter, IITW, jenseitige Welten, Unsterblichkeit
Datensatznummer: 200127 / Zuletzt geändert am: 2017-06-28
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