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H2020

ECCSEL — Ergebnis in Kürze

Project ID: 675206
Gefördert unter: H2020-EU.1.4.1.1.
Land: Norwegen
Bereich: Energie

Die führende Stellung Europas im Bereich der Technologie für die CO2-Abscheidung und -Speicherung fördern

Ein Projekt zur Einrichtung eines Labornetzwerks von Weltrang wird Europa dabei behilflich sein, eine führende Stellung im Bereich der CCS-Forschung einzunehmen sowie neue kommerzielle Möglichkeiten eröffnen und eine koordinierte Maßnahme zur Bewältigung des Klimawandels bieten.
Die führende Stellung Europas im Bereich der Technologie für die CO2-Abscheidung und -Speicherung fördern
Da der globale Bedarf für die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (Carbon Capture Storage, CCS) weiterhin ansteigt, sind weitere Entwicklungen dringend erforderlich, wenn diese CCS-Technologie wirtschaftlich und kosteneffektiv sein soll.

Vor diesem Hintergrund zielt das ambitionierte Projekt ECCSEL (European Carbon Dioxide Capture and Storage Laboratory Infrastructure) darauf ab, Europa über die Entwicklung einer dezentralen Laborinfrastruktur von Weltrang, die Industrie und Forschung zugänglich ist, eine führende Stellung in diesem Gebiet zu sichern. Über das Projekt wurden Partnerschaften ins Leben gerufen, um Duplikationen zu verhindern und die gemeinsame Finanzierung neuer Forschungseinrichtungen in ganz Europa zu optimieren.

Forschungspotenzial erschließen

„Als Bindeglied für eine CCS-Forschung von Weltrang ermöglicht ECCSEL die Miteinbeziehung der europäischen Forschungs-Community und anderer Wissensanbieter, um Fachkenntnisse, fortschrittliche Labors und Teststandorte bereitzustellen“, erklärt ECCSEL-Projektleiter Sverre Quale von der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (Norwegian University of Science and Technology, NTNU). „Dies ist etwas, was durch ein einzelnes Land, das alleine arbeitet, nicht zu schaffen wäre.“

In der Zwischenzeit wurde ECCSEL in einen dauerhaften europäischen Rechtsträger mit der Bezeichnung ERIC (European Research Infrastructure Consortium, Konsortium für eine europäische Forschungsinfrastruktur) verwandelt. Es gibt einen zentralen Hub mit nationalen Knotenpunkten, der etwa 50 dezentrale Labore von Weltrang sowie Testpiloten umfasst, die in die Struktur eingebunden sind.
Abgeschlossene und / oder genehmigte gemeinsame Investitionspläne in einem Gesamtvolumen von fast 90 Millionen Euro.

Die Laborinfrastruktur, die derzeit 9 Länder miteinander verbindet, wird zur Entwicklung kommerzieller CCS-Anwendungen ermutigen, die aus Europa stammen. Maschinenbauunternehmen und Technologieanbieter werden beispielsweise dazu in der Lage sein, potenziellen Partnern die neuesten Investitionen und Lösungen zu präsentieren, während sich für Werkseigentümer und industrielle Partner Investitionen in hochmoderne CCS-Technologien einfacher gestalten.

„ECCSEL ERIC wird ebenfalls sicherstellen, dass der internationalen Forschungsgemeinschaft Einrichtungen zur Verfügung stehen, die zur Durchführung von Forschung in Prioritätsbereichen erforderlich sind“, fügt Quale hinzu. „Hierdurch wird ECCSEL ERIC dazu beitragen, dass die technologische Entwicklung über den aktuellen Stand der Technik hinausgeht und somit die CSS-Kommerzialisierung und -Implementierung beschleunigt.“

Führend im Umweltschutz

Abgesehen davon, dass die CO2-Abscheidung und -Speicherung für die europäische Wirtschaft eine Chance darstellt, ist diese neue Technologie ebenfalls zunehmend von geopolitischer Bedeutung. „Um das 2°C-Szenario der IEA (Internationale Energie-Agentur) und das Pariser Abkommen (1,5°C) einzuhalten, muss die CSS innerhalb eines Jahrzehnts entwickelt und umgesetzt werden“, sagt Quale.

In ihrem neuesten Fahrplan führt die IEA Ratschläge zur CCS-Anwendung in verschiedenen Regionen bis 2030 und 2050 auf, während die Bedeutung einer extensiven Anwendung der CCS-Technologie im Stromerzeugungssektor und Industriesektor hervorgehoben wird.

„Für den europäischen Kontext heißt das, dass bis 2030 1,8 Gt und bis 2050 12,2 Gt aggregierte CO2-Mengen abgeschieden und gespeichert werden müssen, wenn man den erwarteten ansteigenden Bedarf berücksichtigt. Laut IEA müssen 40 % dieser Emissionskürzungen in der europäischen Industrie stattfinden. Die Herausforderungen des Klimawandels und der damit verbundene Bedarf für Forschung, Innovationen, Technologieentwicklung, Tests und Verifizierungen im CCS-Bereich sind nicht allein durch die heutigen Forschungslabore an Einzelstandorten zu bewältigen.“

Infolgedessen ist der Bedarf für aufgerüstete und neue CCS-Forschungseinrichtungen unter den Interessenträgern Europas gemeinhin anerkannt worden. Dies zeigt sich durch Plattformen wie die Zero Emissions Platform (ZEP) und die European Energy Research Alliance on CCS (EERA-CCS) und wird jetzt über ECCSEL realisiert.

„Unser Hoffnung besteht letztlich darin, dass wir unsere Vision von wenig bis null CO2-Emissionen im Bereich der europäischen Industrie und Stromerzeugung erfüllen können und einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten“, lautet das Fazit von Quale.

Schlüsselwörter

Kohlenstoff, CCS, ECCSEL, ERIC, Klimawandel, IEA, CO2
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