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Forschungen erweitern Debatte um aufkommende digitale Daten als neues Technologiemedium im Bereich der internationalen Entwicklung 

Eine EU-Initiative untersuchte die Auswirkungen von "Daten für Entwicklung" – die Verwendung neuer Arten von digitalen Daten zur Entwicklung von Entwicklungsinterventionen durch Regierungen und internationale Institutionen. 
Forschungen erweitern Debatte um aufkommende digitale Daten als neues Technologiemedium im Bereich der internationalen Entwicklung 
Das EU-finanzierte Projekt D4D (Data for development: The implications of new types of digital data for international development) arbeitete an der Einführung ethischer Rahmenbedingungen für den Einsatz von großen Daten in der internationalen Entwicklungspolitik und -praxis.
 
Die Forschungsanstrengungen konzentrierten sich darauf, wie die Verfügbarkeit solcher Daten neue Akteure und Institutionen in die internationale Entwicklung lockt und wie sich Entwicklungsorganisationen in diesem Zusammenhang mit der Ethik der Privatsphäre und des Datenschutzes auseinandersetzen. Außerdem befasste man sich mit der Frage, wie die potenziellen Vorteile eines größeren Wissens über die Bevölkerung von Entwicklungsländern gegen die Risiken der Verfolgung und Identifizierung von Einzelpersonen und Gruppen abgewogen werden können. 
 
Die Projektpartner konzentrierten sich auf Einzelpersonen, die die Daten schaffen, Organisationen und Institutionen, die sie nutzen, und politische Entscheidungsträger und Technologieunternehmen, die technische und regulatorische Aspekte der Datenproduktion und -speicherung abdecken. Durch Fallstudien sammelten sie Beweise von verschiedenen Quellen, darunter Mobilfunkbetreiber, die große Daten von Nutzern in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen produzieren und ein IBM-Projekt zur Optimierung des Wassersystems von Bangalore.
 
D4D umfasste die Beobachtung von Teilnehmern bei internationalen Veranstaltungen im Zusammenhang mit der International Data Responsibility Group. Dies diente dem Verständnis der Entwicklung dieser neuen Gruppe von Akteuren im Bereich "Daten für Entwicklung", ihrer Ziele und der Wahrnehmung der damit verbundenen ethischen Herausforderungen.
 
Außerdem befasste sich das D4D-Projekt mit der Frage der Ethik bei Daten für Entwicklung. Es vernetzte sich mit internationalen Netzwerken von Gelehrten, Praktikern und Unternehmen, die auf dem Gebiet arbeiten. Solche Bemühungen trugen dazu bei, ethische Fragen, die für die Datenanalytik neu sind, zu definieren und zu diskutieren. Darüber hinaus wurden Verbindungen mit Wissenschaftlern und Praktikern in Afrika südlich der Sahara, Indien und Lateinamerika sowie mit Aktivistenorganisationen etabliert. Die Forscher nahmen auch an internationalen und multidisziplinären Diskussionen über das Konzept der Gruppensicherheit teil.
 
Die Projektbemühungen führten zu der Veröffentlichung von 7 Peer-Review-Artikeln in internationalen Zeitschriften, 3 Buchkapiteln und über 20 internationalen Vorträgen und Gesprächen. Einer der Hauptergebnisse der Förderung war ein Buch über "Group Privacy (2017)", das mithilfe von empirischen Erkenntnissen aus dem D4D-Projekt neue Wege in der Datenschutzforschung eröffnete. Probleme, die sich aus der Nutzung von Big Data für Entwicklung und humanitäre Maßnahmen ergeben, sind dank D4D in den Vordergrund gerückt.

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Schlüsselwörter

Digitale Daten, internationale Entwicklung, Daten für Entwicklung, D4D, Ethik 
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