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Parasitenpopulation bei Vögeln 

Europäische Wissenschaftler schlossen sich zusammen, um die Ko-Evolution von wilden Vögel und ihren Parasiten zu studieren. Die Ergebnisse bilden die Wirt-Parasiten-Interdependenz und die Auswirkungen auf die Wirtsgesundheit ab.  
Parasitenpopulation bei Vögeln 
Das Wissen darüber, wie die Parasitenübertragung Populationsstruktur und Virulenz beeinflusst, ist für das Verständnis der Ko-Evolution von Wirten und Parasiten und für die Bewältigung von neu entstehenden Krankheiten von zentraler Bedeutung. Das EU-finanzierte Projekt AVIANMALARIAGENETICS (Patterns and drivers in malaria-like infections: meta and infra-population dynamics of specialised parasites) untersuchte Ko-Evolution und Populationsdynamik und ihre zugrundeliegenden Mechanismen unter und zwischen Parasitenwirten in Wildvogelpopulationen.

Um dies zu erreichen, konzentrierten sich die Forscher auf Raubvögel, die in ganz Europa bestens untersucht sind. Das Konsortium etablierte ein Austauschnetzwerk für Proben von Raubvögeln (raptor sample exchange network, RSEN), das Arbeitsgruppen aus Wissenschaft und Artenschutz sowie Rettungszentren in ganz Europa umfasste. Das Netzwerk lieferte Proben von verschiedenen Raubvogelarten und -populationen und ermöglichte die Identifizierung von skalenabhängigen Mustern der Parasiten-Populationsdynamik.

Ein beträchtlicher Teil der Arbeit war die intensive und wiederholte Probenahme von Bussard-Nestlingen, die mit Leucocytozoon infiziert waren. Dabei handelt es sich um einen Blutparasiten, für den Mikrosatelliten- und Parasiten-Antigenmarker identifiziert wurden. Das Team erzeugte Blutabstriche für Laser-Capture-Mikrodissektion und Multiplex-PCR-Assays, mit denen mehr als 90 Loci für den Bussardwirt und den Leucocytozoon-Parasiten abgedeckt wurden. Die Proben wurden auch für die mitochondriale genetische Linie der Infektion genotypisiert.

Die im Rahmen der Studie gewonnenen Daten umfassen 16 Jahre mit nahezu vollständiger räumlicher Abdeckung über die Wirt-Parasiten-Populationen, über 3.000 Proben und einer Leukozytozon-Infektionsprävalenz von 44%. Insgesamt erleichterten die Ergebnisse die Identifizierung von Populationsdynamik und Selektionsmustern in Bezug auf die Genotypen von Wirten und Parasiten.

Die Forscher entdeckten mehrere Loci, die sich für populationsgenetische Analysen von Wirten und Parasiten eignen. Ein Satz von anderen Loci lieferte Signaturen der Selektion in der Parasitenpopulation während einzelner Infektionen.

Die Ergebnisse des Projekts unterstützten die Hypothese, dass unter gegebenen Bedingungen in solitären Arten, Vektor-übertragenen Krankheiten von Eltern zu Nachkommen übertragen werden können; dieses Muster wird mit zunehmender Kolonialität der Wirte schwächer. Die identifizierten der Populationsdynamik zugrundeliegenden Mechanismen können als Grundlage für das Studium menschlicher Parasiten und deren Entwicklung im Laufe der Jahre dienen.
 

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Parasit, Vogel, Evolution, AVIANMALARIAGENETICS, Leukozytozoon  
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