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FP7

LIVEDIVERSE — Ergebnis in Kürze

Project ID: 211392
Gefördert unter: FP7-ENVIRONMENT
Land: Schweden
Bereich: Gesellschaft, Umwelt

Gleichgewicht zwischen Existenzgrundlage und Artenvielfalt

Sind wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz vereinbar? Die Suche nach Antworten führte europäische Experten nun an entfernteste Standorte der Welt.
Gleichgewicht zwischen Existenzgrundlage und Artenvielfalt
Seit Beginn der menschlichen Zivilisation wurde vorzugsweise an Gewässern gesiedelt. Jedoch ist die Nutzung lokaler Naturressourcen eine enorme Belastung für diese sensiblen Ökosysteme, heute mehr denn je. Dabei ist es immer schwierig, ein ideales Gleichgewicht zwischen Lebensgrundlage und Naturschutz herzustellen, sodass Forscher nun weltweit Fallbeispiele analysieren, um Konzepte für nachhaltige Entwicklung zu finden.

Dieser Aufgabe stellte sich das EU-finanzierte Projekt LIVEDIVERSE (Sustainable livelihoods and biodiversity in riparian areas in developing countries) und führte Fallstudien auf drei Kontinenten durch. Bei ihren Forschungen in Uferregionen in Costa Rica, Indien, Südafrika und Vietnam nahmen die Wissenschaftler direkten Kontakt mit Einheimischen auf, was ihnen neue Einblicke über die wechselseitigen Zusammenhänge zwischen Erhalt der Lebensgrundlage und Artenvielfalt verschaffte.

Zudem erfasste man Umweltdaten und Informationen zur staatlichen Umweltschutzpolitik und erstellte eine Online-Bibliothek. Daraus wurde ein EVI (environmental vulnerability index) entwickelt, der kritische Elemente für jede Fallstudie erfasst. Karten des EVI wurden mittels geographischer Informationssystemsoftware erstellt.

Die Studie zeigte speziell für diese Gebiete Schlüsselaspekte auf, die die Artenvielfalt störanfällig machen. Im Terraba-Becken, Costa Rica, stellen mögliche Vulkanausbrüche das größte Risiko dar, gefolgt von übermäßigen Warenimporten, Verlust einzigartiger Arten, Einschleppen von Arten und extensive Düngung. Im Mutale-Becken in Südafrika wird das Risiko ebenfalls durch übermäßige Warenimporte, Gefährdung von Arten, geringe terrestrische Reserven und häufige Kampfhandlungen erhöht.

Dabei war die Erforschung der Biodiversität nicht der einzige Schwerpunkt von LIVEDIVERSE, berücksichtigt wurden auch sozioökonomische, kulturelle und spirituelle Aspekte. Aus diesem holistischen Ansatz gingen neue Empfehlungen für effektivere politische Maßnahmen hervor.

Zu den Projektergebnissen wurde über alle verfügbaren Medien informiert, u.a. auch in kurzen Videofilmen, die online gestellt wurden. Das Projekt erweiterte den Wissensstand zu neuen Möglichkeiten einer nachhaltigen Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und den Wechselwirkungen zwischen Ökosystemen und menschlichem Tun.

LIVEDIVERSE hat die EU und die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung internationaler Verpflichtungen, Protokolle und Initiativen unterstützt, um die biologische Vielfalt zu schützen, Wüstenbildung zu bekämpfen, die Häufigkeit von Naturkatastrophen zu verringern und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Es ermittelte schließlich Forschungsbedarf zur bestehenden und neuen EU-Gesetzeslage und Maßnahmen.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Lebensgrundlage, Biodiversität, LIVEDIVERSE, Ufer, Environmental Vulnerability Index
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