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Spracherkennungs-Tool für den Abruf von Ton- und Bildmaterial

Die Medienbranche investiert stark in das Archivieren von Multimedia-Material, das heute nicht mehr nur einen kommerziellen Wert darstellt, sondern auch zu einer Chronik unserer kulturellen Entwicklung geworden ist. Der Zugriff auf dieses archivierte Material wurde nun durch ein mehrsprachenfähiges Indizierungs-Tool, das auf der Spracherkennung basiert, nochmals vereinfacht.
Spracherkennungs-Tool für den Abruf von Ton- und Bildmaterial
Der Zugriff auf die hochwertigen Inhalte von archiviertem Multimedia-Material erfolgte bis vor kurzem durch das Verarbeiten von Untertiteln. Dafür wurden Verfahren zum Verknüpfen von Indizes mit Video-Passagen entwickelt. Das gegenwärtige Projekt mit der Bezeichnung OLIVE wird, aufbauend auf den gegenwärtigen Verfahren, neue Verfahren zum Abruf von Archivmaterial zur Verfügung stellen. Unter Anwendung der Spracherkennungstechnologie wird aus dem Ton einer Rundfunk- oder Fernsehsendung ein Transkript generiert, das zeitlich mit der Originalaufnahme verknüpft ist. Für den Abruf wird ein aus diesem Transkript erzeugter Konzeptindex verwendet. Daneben stehen Funktionen zum Auffinden von Übereinstimmungen nach Verfahren der Fuzzy-Logik zur Verfügung. Diese Funktionen erweitern die Abrufmöglichkeiten nochmals, indem sie ganze Sätze mit bestimmten Bedeutungen korrelieren. Es werden Abfragen in den vier Sprachen Deutsch, Französisch, Englisch und Niederländisch unterstützt.

Die Technologien zur Satzindizierung, Abfragenumsetzung und Spracherkennung gestatten die automatische Produktion von Indizes aus dem Begleitton eines Rundfunk- oder Fernsehprogramms, die für den Abruf verwendet werden können. Zuvor jedoch hat der Benutzer an Hand von bereit gestelltem bibliographischem Material, Transkripten und Video-Standbildern die Möglichkeit zur Vorschau auf das Material und kann so entscheiden, ob dieses von Nutzen oder Bedeutung ist.

Von dieser neuen Multimedia-Anwendung wird ein großer Kreis von Endanwendern profitieren. Den Eigentümern von Sendematerial bieten sich neue Wege zur Bereitstellung dieses Materials, die zu einem erheblich höheren Nutzungsgrad führen werden. Rundfunk- und Fernsehgesellschaften werden - insbesondere für die Produktion ihrer Dokumentationen und naturwissenschaftlichen Programme oder Bildungsprogramme - künftig in der Lage sein, vorhandenes und archiviertes Rundfunk- und Videomaterial besser zu verwerten.

Dienstleister wie z.B. Fernsehproduktionsgesellschaften oder Werbeagenturen werden die Möglichkeit haben, Video-Datenbanken nach Sequenzen abzusuchen, die sich für Neuproduktionen oder für die Einbindung in vorhandene Produktionen eignen könnten. Forschern, Wissenschaftlern und Journalisten - um nur einige Bedarfsträger zu nennen - wird mit dem neuen Verfahren der Zugriff auf diese enormen Informationsressourcen ermöglicht, die das menschliche Streben dramatischer als alle anderen Informationsformen beschreiben.

Projekt-URL: http://twentyone.tpd.tno.nl/olive/

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 80228 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: IT, Telekommunikation