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Energieproduktion aus nachwachsenden Rohstoffen

Der kontinuierliche und ausgedehnte Einsatz von Biomasse zur Energieerzeugung im industriellen Maßstab setzt eine verstärkte Verwertung von Material aus der Landwirtschaft voraus und bedarf der weiteren Untersuchung und Entwicklung der hierfür benötigten rund 300.000 produktiven und wünschenswerten Anlagen. Die Analyse der wichtigen Aspekte für eine erfolgreiche, effiziente und unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes akzeptable Verwertung von nachwachsenden Brennstoffen zur Energieerzeugung führte jetzt zur Schaffung eines praxistauglichen Referenzsystems.
Energieproduktion aus nachwachsenden Rohstoffen
Angesichts der zunehmenden Verknappung der Ressourcen für traditionelle Energieformen und eine immer stärkeren Bedeutung nicht nuklearer Verfahren der Energieerzeugung hat die Erforschung von Biomasse als praxistaugliche Energiequelle in den letzten Jahren rapide an Boden gewonnen. Eine geeignete Form von alternativer Energie, so stellte sich heraus, ist die landwirtschaftliche Produktion von Biomasse. Bei dieser Art von Energiegewinnung werden gezielt Pflanzen angebaut, die sich zur Herstellung von Brennstoffen eignen. Zwar wird der Anbau von Pflanzen zur Energieerzeugung in Form der Holzwirtschaft schon seit dem Mittelalter praktiziert, doch der moderne "Energieanbau" ist das erst in letzter Zeit entstandene und innovative Verfahren der Verwertung von Biomasse als Brennstoff. Die Vielfalt der produzierten Pflanzen macht es möglich, einige zu flüssigen Kraftstoffen aufzubereiten, andere dagegen durch Fermentierung zu Alkoholprodukten, die Benzin beigemischt werden können. Durch die Produktion von Mengen dieser nachwachsenden Primärenergieträger, die für eine Energieerzeugung ausreichen, kann die Abhängigkeit Europas von fossilen Brennstoffen, Petroleum und Rohöl, die sich so nachteilig auf die Umwelt auswirken, auf ein Minimum begrenzt werden.

Der groß angelegte Anbau von Pflanzen zur Verwertung als Biomasse bietet den weiteren Vorteil, dass er in Abhängigkeit von der Nachfragesituation auf dem Energiemarkt gesteigert oder reduziert werden kann. Das Projekt lieferte die nötigen Erkenntnisse über die am besten geeigneten Pflanzen, die in Abhängigkeit von der Nachfrage angebaut werden können und den weiteren Vorteil bieten, dass sie gegenüber äußeren Einflüssen wie z.B. dem Wetter unempfindlich sind. In dieser Hinsicht ähneln sie durchaus den fossilen Energieträgern, auf der die gegenwärtige Energie-Infrastruktur basiert.

Da der industrielle Anbau von Pflanzen zur Energieerzeugung für die Industrie jedoch noch relativ neu ist, wurde ein Referenzsystem benötigt, um eine maximierte Verwertung solcher Pflanzen mit möglichst hohem Wirkungsgrad zu gewährleisten. Dieses vom deutschen ZREU (Zentrum für Rationelle Energieanwendung und Umwelt) zusammengestellte Referenzsystem soll dazu dienen, alle Parameter zur Verfügung zu stellen, die Auswirkungen auf eine erfolgreiche Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen haben. Zu nennen sind hier beispielsweise Anbaumethoden, Ernte- und Abtransportverfahren, die Verarbeitung zu Pellets, die Lagerung, der Betrieb von Vergasungsanlagen und Energieerzeugungsmaschinen und der Einsatz der Energie in allen Einzelheiten - Parameter also, deren Kenntnis für potenzielle Anbieter und Verbraucher von großer Wichtigkeit ist. Daneben ist dieses Referenzsystem aber auch ein nützliches Hilfsmittel für die Beurteilung von Systemen zur Verwertung von Biomasse und für die Ermittlung der technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Realisierbarkeit. Dafür stellt es Informationen über die neuesten Anbautechniken, Erntemethoden und Logistikkonzepte für den Transport und die Lagerung von Biomasse zur Verfügung.

Für die Industrie Dieses Referenzsystem ist - wie alle Ressourcen dieser Art - sowohl für die Energieerzeugungsindustrie als auch für die Energieverbraucher eine wertvolle Informationsquelle.

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Datensatznummer: 80415 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Energie