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Neues Entsorgungsverfahren für radioaktiven Müll

Als schwach radioaktiver Müll gelten radioaktiv kontaminierte Schutzkleidung, Werkzeuge, Filter, Lappen, Schläuche aus der Medizintechnik und viele andere Objekte, die gewöhnlich auf Deponien gelagert werden. Zur Entschärfung der aus dem Transport und der Endlagerung resultierenden Umweltrisiken sowie der damit verbundenen langfristigen Auswirkungen auf die Umwelt wurden ein neues, innovatives Verfahren und eine Apparatur für die thermische Zerlegung und Entsorgung solcher Abfälle entwickelt.
Neues Entsorgungsverfahren für radioaktiven Müll
Unter schwach radioaktivem Müll versteht man Objekte, die entweder mit radioaktiven Substanzen kontaminiert wurden oder - wie etwa bei der Neutronenabsorption - schwacher radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren und dadurch selbst radioaktiv wurden. Hierzu gehören im Allgemeinen Schutzbezüge für Schuhe und Kleidung, Rückstände aus der Aufbereitung von Reaktorkühlwasser, Gerätschaften und Werkzeuge, Leuchtzifferblätter, Schläuche aus der Medizintechnik, Kanülen, Spritzen, Lappen, Mops, Filter, Tupfer, aber auch Tierkadaver und Gewebe aus Versuchslaboratorien. Ihre Strahlungsintensität kann Werten entsprechen, die nur knapp über der natürlichen Radioaktivität liegen, aber in einigen Fällen auch sehr hoch sein, beispielsweise bei Teilen aus dem Inneren eines Reaktorgebäudes in einem Kernkraftwerk.

Bei ihrer Entsorgung müssen radioaktive Abfälle in genehmigten Einrichtungen zwischengelagert werden, bis ihre Strahlung abgeklungen ist; danach werden sie wie gewöhnlicher Müll behandelt. In Fällen mit hohem Aufkommen an schwach radioaktivem Müll wird dieser in Spezialcontainern zu Betrieben transportiert, die auf die Entsorgung von solchem Müll spezialisiert sind. Diese Betriebe betreiben speziell konstruierte Einrichtungen, mit denen die Einhaltung der vorgeschriebenen Standards gewährleistet ist.

Jetzt wurde eine alternative Technologie entwickelt, mit der sich derartige Abfälle auf kosteneffektivere und sicherere Weise entsorgen lassen. Bei dem hier angewandten Verfahren handelt es sich um die so genannte Flash-Pyrolyse, die zur thermischen Zerlegung von schwach radioaktivem Müll dient. Die innovative Apparatur besteht aus einem indirekt befeuerten Reaktor, der unter definierten atmosphärischen Bedingungen Pyrolysegase und dämpfe sowie Feststoffe produziert.

Dem gegenüber müssen Deponieeinrichtungen angelegt, konstruiert, betrieben, geschlossen und ständig überwacht werden, damit mit gebührender Sicherheit gewährleistet ist, dass Menschen keiner Strahlung ausgesetzt werden, die über bestimmten festgelegten Grenzwerten liegt. Außerdem können möglicherweise zündfähige, korrosive, reaktive oder toxische Abfälle, die auf Deponien für Feststoffe endgelagert werden, zu irreversiblen Schädigungen der öffentlichen Gesundheit und der Umwelt führen. Die neu entwickelte Technologie ist sowohl für Präventions- als auch für Schutzmaßnahmen gegen Strahlungsgefährdungen einsetzbar, die mit dem Routinetransport und der Entsorgung von strahlendem Müll verbunden sein können. Überdies werden mit dieser Innovation die hohen Kosten, die bei der heute üblichen Beförderung und Deponierung anfallen, hinreichend minimiert.
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