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Recycling von Glas für die Bauindustrie

Glas findet verbreitet Anwendung als Verpackungsmaterial. Als solches trägt es nicht nur zur Qualität von Produkten bei, sondern auch zur Qualität der Umwelt. Die meisten Recyclingtechniken konzentrieren sich auf die Wiederverwendung von Glas innerhalb desselben Industriezweiges. Eine neue, revolutionäre Entwicklung hat jetzt zu einem Verfahren geführt, mit dem sich Altglas zu Baumaterialkomponenten aufbereiten lassen, die sich aufgrund ihrer ausgezeichneten Eigenschaften zu Wärmeisolations- und Brandschutzzwecken eignen.
Recycling von Glas für die Bauindustrie
Es überrascht kaum, dass so viele der bekanntesten Qualitätsprodukte in Glas verpackt werden. Im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien erhält Glas nicht nur die Aromen, die Düfte und die Bekömmlichkeit der verpackten Produkte, sondern präsentiert diese auch in einer für die Verbraucher, Einzelhändler und Verpackungs- und Abfüllbetriebe besonders attraktiven Form. Darüber hinaus trägt Glas aber auch zum Umweltschutz bei, denn dieses Material wird am intensivsten dem Recycling zugeführt. Da sich Glas ohne Qualitätsverluste beliebig oft wieder verwerten lässt, kommt Material, das beim Altglasrecycling gewonnen wurde, zur Verpackung vieler Produkte, z.B. Wein, Bier, Spirituosen und Lebensmittel, verbreitet zur Anwendung.

Eine Erweiterung dieses begrenzten Anwendungsgebiets verspricht jetzt eine neu entwickelte Glasrecycling-Technologie, bei der es gelungen ist, aus Altglas nützliche Komponenten für die Baumaterialindustrie herzustellen. Mit Hilfe dieser patentierten Technik werden feste Abfallstoffe mit hohem Glasgehalt zur Produktion so genannter Geofil-Kügelchen, bei denen es sich um ein leichtes Granulat mit Korngrößen von 5-25 mm handelt, das sich problemlos in Gips, Beton oder Silikat-Bindemittel einbetten und zur Herstellung von Bausteinen verwenden lässt. Diese Bausteine haben exzellente Wärme- und Schalldämmeigenschaften, weisen eine erhöhte Druckbeständigkeit auf und sind sogar feuerbeständig.

Die Ziele bei der Entwicklung dieser revolutionären Technik waren vorrangig die Bewältigung der Abfallproblematik und die Nutzung der Vorteile des Recyclings. Beide Ziele wurden erreicht: Das Verfahren verringert die Abfallmengen und damit die Entsorgungskosten wie auch den Bedarf an Deponiekapazität, indem Rohstoffe wie z.B. im Bergbau gewonnener Basalt, Sand, Perlit, oder Kies durch Recyclingmaterial ersetzt werden. Daneben trägt es zu einer weiteren Senkung von Umweltbelastungen und somit zur Erhaltung einer intakten Umwelt. Vom Vorteil des Recycling-Verfahrens einmal abgesehen, kann das so gewonnene, hochwertige Material in der Bauindustrie auf mannigfaltige Weise zur Herstellung von Wärme und Schall dämmenden Putzen und Belägen und von Wärme dämmenden Bodenfliesenelementen (für Fußbodenheizungen) verwendet werden, aber auch zum Frostschutz von Brücken, zur Produktion von Leichtbetonblocks und zum Bau von Schallschutzwänden.
Datensatznummer: 80448 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Industrielle Technologien