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Besserer Dieselmotor mit Kolbenenergie

Nicht immer geht es nur um Leistung. Natürlich ist man stets bestrebt, noch mehr Leistung aus Diesel- wie auch Ottomotoren heraus zu holen, aber ebenso wichtig ist es, auch Materialspannungen, den Kraftstoffverbrauch und die Abgasemission zu senken. Zumindest in dieser Hinsicht haben Dieselmotoren die Nase vorn - jedoch nur diejenigen mit höherem Verdichtungsverhältnis.
Besserer Dieselmotor mit Kolbenenergie
Seit seiner Erfindung im Jahr 1892 hat sich der Dieselmotor aus vielen Gründen bewährt. Er ist in erster Linie das klassische Arbeitspferd - leistungsstark genug für hohe Belastungen und zuverlässig genug, um mit einem Minimum an Wartungsaufwand auszukommen. Allerdings gibt es bei diesem Motortyp aber auch einige grundlegende Probleme, die ihn zumindest beim Durchschnittsverbraucher unpopulär gemacht haben. Da ein Dieselmotor nach dem Prinzip der direkten Verbrennung arbeitet, ist er laut und nicht besonders umweltfreundlich. Strengere Normen wie z.B. CAFE (Corporate Average Fuel Economy) haben dem Diesel indessen ein Comeback beschert, denn seine niedrigen Verbrauchswerte sind mit einem üblichen Benzinmotor nicht zu erreichen.

Mit Verdichtungsverhältnissen von 14:1 bis 25:1 ist der Wirkungsgrad eines Dieselmotors dem eines Benzinmotors stets überlegen. Durch eine neuere Entwicklung von Ignacio Sarasua wurde der Wirkungsgrad des Dieselmotors nun nochmals gesteigert. Durch diese Innovation auf der Basis von "Radial Power Core"-Technologien erreichen Dieselmotoren bei niedrigeren Kolbengeschwindigkeiten höhere Ausgangsdrehzahlen und erzielen dadurch unglaubliche Energieeinsparungen bei den Drehmoment-Kolben-Verhältnissen. Aufgrund der Bauweise dieser Radial Power Cores ist die Gesamtmotordrehzahl eine Summe aus der Drehzahl und der Kurbelwellendrehzahl und nicht allein von den Kolben selbst abhängig.

Kurz gesagt: Je schneller die Kolben ihren Hub durchlaufen, desto mehr Drehmoment (Leistung) wird produziert, so lange das Kompressions-Verbrennungs-Verhältnis optimal bleibt. Weitere Vorteile bietet dieser Motor insofern, als er zur Regulierung entweder des Leistungs- oder des Drehzahlverhältnisses kein Getriebe benötigt. Die Konstruktion gestattet einen modularen Aufbau und ist deshalb problemlos in der Lage, die Nennleistungen bei hoher Stabilität aufrecht zu erhalten. Damit dürfte diese Neuentwicklung, obwohl sie sich noch in den Anfangsphasen befindet, eine wertvolle Verbesserung für die heutigen Dieselmotoren darstellen, die sich sowohl für die Stromerzeugung als auch zum Antrieb von Fahrzeugen wie etwa Zügen, Lastwagen und Schiffen eignen.
Datensatznummer: 80463 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Industrielle Technologien