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Optimierte Brustkrebsdiagnose

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Da das Verhalten von Brustkrebszellen häufig östrogenabhängig ist, wird heute als eine der gängigen Behandlungsmethode die Endokrinotherapie angewandt. Dennoch spricht ein Großteil dieser Tumore auf diese Therapie nicht an. Daher widmete sich diese Forschungsstudie der detaillierten Erforschung eines bestimmten Gens, das mit der östrogenabhängigen Immunchemie in Beziehung steht. Sie wurde als diagnostische Untersuchung an Patientinnen mit Metastasen durchgeführt und soll eine bessere Prognose und eine verbesserte Reaktion auf die Endokrinotherapie im adjuvanten Setting ermöglichen.
Optimierte Brustkrebsdiagnose
Brustkrebs ist auf verschiedene Weise behandelbar. Gegenwartig werden vier Verfahren angewandt, namlich die Chirurgie, die Strahlentherapie, die Chemotherapie und die Hormontherapie. Letztere beinhaltet Manipulationen am endokrinen System, die das Hormongleichgewicht des Korpers so verandern, dass eine Vermehrung von hormonabhangigen Krebszellen verhindert wird. Insbesondere bei standig wiederkehrenden und metastasierenden Krebserkrankungen, Fallen also, in denen sich der Krebs bereits auf andere Korperorgane - gewohnlich die Lymphknoten - ausgebreitet hat, ist diese Behandlungsform am besten geeignet.

Ostrogenrezeptortests sind Tests an Krebsgewebe, mit denen festgestellt wird, ob die Krebserkrankung hormonabhangig ist und mit der Hormontherapie behandelt werden kann. Patientinnen, deren Mammakarzinome sich dabei als ostrogenrezeptor-positiv erweisen, werden mit Medikamenten behandelt, die die korpereigene Ostrogenproduktion unterdrucken. Allerdings sprechen fast 30-40% solcher Tumore auf diese Endokrinotherapie nicht an.

Um dieses Problem zu losen, konzentriert sich ein aktuelles Forschungsprojekt auf die Erforschung eines speziellen Gens mit der Bezeichnung pLIV-1, das in einem großen Teil der ostrogenrezeptor-positiven Brustkrebserkrankungen festgestellt wurde. Weiterhin wird in der Studie versucht, Informationen daruber zu gewinnen, wie groß die Wahrscheinlichkeit fur ein erneutes Auftreten des Tumors und mogliche Metastasen in anderen Organen - insbesondere den Lymphknoten - ist. Somit konnen die Heilungschancen erhoht und das Risiko von Brustkrebsmetastasen verringert werden, wenn der Nachweis dieses Gens in die gegenwartig angewandten, konventionellen Diagnoseverfahren einbezogen wird.

Das Vorhandensein des pLIV-1-Gens eroffnet der Forschung neue Perspektiven, die zu einem besseren Verstandnis von hormonabhangigem Brustkrebs und zu praziseren Verfahren zur Prognose uber das Ansprechen auf eine Hormonbehandlung fuhren konnen. Uberdies konnte je nach Genspezifitat auch eine wirksamere Hormonbehandlung entwickelt werden.

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 80466 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Biologie, Medizin