Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Perfektionierung von Labortechniken in der Intensivpflege

Bei schwer kranken Patienten ist zur Förderung des Genesungsprozesses eine sorgfältige und ununterbrochene Überwachung unabdingbar, bei der unter anderem das Blutvolumen gemessen wird. Eine britische Forschergruppe hat eine neue Technik entwickelt, die eine nicht invasive und häufig wiederholbare Berechnung des Blutvolumens ermöglicht und mit der in Krankenhäusern vorhandenen Standard-Laborausstattung durchgeführt werden kann.
Perfektionierung von Labortechniken in der Intensivpflege
Die herkömmlichen Praktiken zur Blutvolumenmessung sind durch zahlreiche Probleme und Nachteile gekennzeichnet. Zum bislang gängigen Verfahren gehörte die Radiomarkierung von roten Blutkörperchen für eine In-vivo-Dilutionsanalyse. Bei der Radiomarkierung wird ein radioaktives Isotop, auch "Tracer" genannt, zur Kennzeichnung einer Substanz im Blut verwendet. Diese konventionelle Technik ist nicht nur ein invasives Verfahren und somit belastend für den Patienten, sondern auch nur in speziellen Einrichtungen durchführbar, in denen mit Radioisotopen gearbeitet werden kann.

Daher entwickelte diese Forschungsgruppe ein völlig neues Verfahren zur Ermittlung des Blutvolumens von schwer kranken Patienten, die künstlich beatmet werden müssen. Bei dieser innovativen Technik wird dem Luftstrom über ein modifiziertes Beatmungsgerät ein geringer Kohlenmonoxidanteil beigemischt. Nach 15 Minuten kann die Gesamtblutmenge durch Berechnung des Kohlenmonoxidgehalts im Blut bestimmt werden.

Diese Innovation bietet gleich mehrere Vorteile: Zunächst einmal kann die Messung oft durchgeführt werden. Des weiteren handelt es sich um eine nicht invasive Technik, die den Patienten folglich nicht belastet. Besonders zu erwähnen ist, dass dieses Verfahren mit den in Krankenhäusern bereits vorhandenen Standard-Laborausstattungen durchführbar ist, so dass auf spezielle Apparaturen verzichtet werden kann. Von dieser Innovation könnten sowohl Ärzte als auch Patienten profitieren.
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben