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Neuartiges Instrument für Kieferimplantate

In der biomedizinischen Technik werden schon seit geraumer Zeit Prothesen für die verschiedensten Anwendungsbereiche entwickelt. Speziell unter dem Aspekt einer Entschärfung der mit Kieferimplantaten verbundenen Risikofaktoren entwickelte ein Team aus Italien jetzt ein neuartiges Stiftelement. Es zeichnet sich durch eine Reihe außergewöhnlicher Merkmale aus, die den Patienten mehr Sicherheit und den Ärzten mehr Bedienungskomfort bringen.
Neuartiges Instrument für Kieferimplantate
Heutzutage werden in der Medizin - entweder zu Korrektur- oder Rekonstruktionszwecken - weithin Prothesen zur Substitution fehlender Körperteile eingesetzt. Insbesondere Kiefer- bzw. Zahnprothesen werden operativ in Gewebe eingebettet. Doch trotz ihrer offenkundigen Vorteile führt ihre Unverträglichkeit mit dem umgebenden Gewebe in vielen Fällen zu ernsthaften Gesundheitsschäden wie z.B. Knochentumoren, die durch das chirurgische Trauma verursacht werden. Wegen der Komplexität des chirurgischen Eingriffs nehmen außerdem die Wartezeiten für die Patienten dramatisch zu. Um diese Risiken zu minimieren, konzentrierte eine Forschungsgruppe aus Italien seine Aktivitäten auf die Entwicklung eines neuen Instruments für Kieferimplantate. Dabei handelt es sich um ein in vielen Größen lieferbares Stiftelement. Es besteht aus zwei separaten Komponenten, die während der Implantation zusammengefügt werden und danach eine untrennbare, aber dennoch flexible Struktur bilden. Die innovative Geometrie dieses Teils gestattet eine gleichmäßige Verteilung der auf die umgebenden Knochen wirkenden mechanischen Spannungen. Der Stift verankert sich selbst im Kiefer und nutzt die natürliche Knochenelastizität für seine totale Immobilisierung während der Implantation. In Abhängigkeit von der Anatomie des Patienten und des Oralbereichs, in dem die Implantation stattfindet, kann der Stift in zwei Ausführungsformen verwendet werden, die entweder zur Substitution eines fehlenden natürlichen Zahnes oder zum Schließen von Lücken verwendet werden können. In beiden Fällen zeichnet er sich durch ein für den vorgesehenen Verwendungszweck optimales Verhalten aus. Da das Stiftelement aus qualitativ hochwertigem und verschleißbeständigem Material besteht, verträgt es sich perfekt mit dem umgebenden Knochenmaterial. Durch das angewandte Implantationsverfahren wird außerdem die Bildung von Narben vermieden, die die Hauptursache für Knochenkrebserkrankungen sind. Dieses neue medizinische Hilfsmittel ist ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsfürsorge und zur Verhütung von Folgeerkrankungen und bringt erhebliche Verbesserungen auf dem Gebiet von Kieferimplantaten.

Verwandte Informationen

Datensatznummer: 80492 / Zuletzt geändert am: 2005-09-18
Bereich: Biologie, Medizin